Ernährungstipps bei Nebenwirkungen und ungewolltem Gewichtsverlust

12.10.2009

Durch die Krebserkrankung oder ihre Behandlung kann es zu Störungen der Verdauung oder veränderten Ernährungsgewohnheiten kommen. Spezielle Ernährungstipps können helfen, Beschwerden zu lindern und dem Körper die notwendigen Nährstoffe zu gewährleisten, die er im Kampf gegen den Krebs braucht.

Ernährungstipps bei BrustkrebsViele Patienten nehmen während der Krebstherapie stark ab, leiden unter Durchfall oder Verstopfung. Vielleicht erschweren auch wunde Stellen im Mund oder Schluckbeschwerden die Nahrungsaufnahme. Diese Tipps geben Ihnen praktische Hilfe für den Alltag und können helfen, Ihre Beschwerden zu lindern.


Spezielle Tipps bei ungewolltem Gewichtsverlust

Während einer Krebsbehandlung kommt es nicht selten zu einem nicht unerheblichen Gewichtsverlust mit begleitendem Kräfteverfall. Dafür gibt es zahlreiche Ursachen. So kann es durch die Krebsbehandlung z. B. zu einem deutlich erhöhten Energiebedarf kommen. Nebenwirkungen der Therapie, wie Übelkeit und Erbrechen, führen zusätzlich zu Appetitlosigkeit. Diesem Risiko können Sie mit folgenden Maßnahmen begegnen:

  • Essen Sie reichlich zu Zeiten, in denen Sie sich gut fühlen.
  • Halten Sie stets energiereiche Snacks bereit.
  • Wenn Sie schnell satt werden, essen Sie mehrmals täglich kleinere Portionen.
  • Machen Sie einen Spaziergang vor jeder Mahlzeit - Bewegung regt den Appetit an.

Ein guter Ernährungszustand unterstützt Ihren Therapieerfolg wesentlich. Dokumentieren Sie Ihr Gewicht und den Verlauf über den Behandlungszeitraum auf einer Gewichtskarte. Sie erleichtern damit dem behandelnden Arzt, rechtzeitig Maßnahmen ergreifen zu können, um einem weiteren Gewichtsverlust entgegenzuwirken. Beugen Sie Mangelerscheinungen rechtzeitig und gezielt vor. Trinknahrung stellt Ihrem Körper genau die Nährstoffe zur Verfügung, die er jetzt braucht.

 

Spezielle Tipps bei verändertem Geschmacksempfinden

Während einer Chemo- und Strahlentherapie kann es vorkommen, dass Patienten Veränderungen oder auch Verminderungen ihres Geschmacksempfindens bemerken. Als Folge einer Strahlentherapie können verminderter Speichelfluss und Mundtrockenheit auftreten. Betroffene verlieren jegliche Lust am Essen, nehmen deshalb zu wenig Nahrung zu sich und verlieren damit zusätzlich an Gewicht.

  • Essen Sie immer, wenn Sie Appetit verspüren und warten Sie nicht auf das Hungergefühl.
  • Bevorzugen Sie Ihre Lieblingsgerichte und appetitanregende Lebensmittel.
  • Halten Sie kleine Snacks und Trinknahrungen für zwischendurch bereit.
  • Würzen Sie bei Tisch nach (z. B. mit frischen Kräutern oder Gewürzen).
  • Richten Sie die Speisen appetitlich an und lenken Sie sich beim Essen mit einem Tischgespräch oder durch Musik ab.

 

Spezielle Tipps bei Verstopfung (Obstipation)

Während der Behandlung kann es immer wieder zu Verstopfungen kommen. Im Falle eines Falles können diese Hinweise helfen:

  • Essen Sie ballaststoffreiche Kost (z. B. Vollkorngetreide, Naturreis, Müsli und Gemüse) oder reichern Sie Speisen und Getränke mit Ballaststoffpräparaten an.
  • Trinken Sie reichlich Flüssigkeit (empfehlenswert sind z. B. stilles Mineralwasser und u. U. Pflaumensaft sowie warme Getränke) oder verzehren sie gesäuerte Milchprodukte (z. B. Buttermilch und Joghurt).
  • Achten Sie auf regelmäßige Essenzeiten zur gleichen Uhrzeit.
  • Verschaffen Sie sich möglichst viel Bewegung.
  • Meiden Sie übermäßig blähende Lebensmittel (z. B. Blattkohl, Hülsenfrüchte) sowie fette Speisen.

 

Spezielle Tipps bei Durchfall (Diarrhoe)

Auch Durchfälle sind eine bekannte Begleiterscheinung einer Krebstherapie. Diese Tipps können helfen:

  • Trinken Sie reichlich milde und klare Flüssigkeit.
  • Nehmen Sie häufig kleinere Mahlzeiten oder Snacks zu sich.
  • Meiden Sie fetthaltige, frittiert, scharfe oder sehr süße Speisen.
  • Bevorzugen Sie Speisen, die reich an löslichen Ballaststoffen sind, z. B. Bananen.

Bei chronischer Verstopfung oder Durchfall sind lösliche Ballaststoffe mit prebiotischer Wirkung eine wertvolle Ergänzung in der Ernährungstherapie.

 

Spezielle Tipps bei sonstigen Magen-Darm-Problemen

Chemotherapie wie auch Strahlentherapie können die Darmschleimhaut angreifen und so unter Umständen zu Verdauungsproblemen führen. Die Nährstoffaufnahme im Darm ist dann erschwert. Wenn Sie Beschwerden feststellen, sollten Sie einen eventuell vorhandenen Wasser- und Elektrolytverlust rasch ausgleichen. Darüber hinaus ist es wichtig, unverträgliche Speisen und Getränke zu meiden. Die folgenden Tipps können Ihnen helfen:

  • Nehmen Sie häufig kleine Mahlzeiten ein (z. B. alle 2-4 Stunden eine kleine Mahlzeit).
  • Essen Sie langsam und kauen Sie gründlich.
  • Meiden Sie sehr kalte oder sehr heiße Speisen.
  • Trinken Sie zwischen den Mahlzeiten viel Flüssigkeit (z. B. Tees, stilles Mineralwasser, Gemüse- oder Fruchtsaftschorlen, Brühe, etc.).
  • Bevorzugen Sie bei stärkeren Schmerzen flüssige Speisen wie Suppen oder Breie - jedoch keinesfalls ausschließlich.

Bei Beschwerden ist es von Vorteil, den Nährstoffbedarf durch leicht verdauliche Trinknahrungen zu decken, die genau dafür entwickelt wurden: Spezialprodukte enthalten leicht verdauliches, aufgespaltenes Eiweiß und gut verträgliche Fette (MCT-Fette). In jedem Fall sollten Sie die Beschwerden mit dem bereits behandelnden Arzt besprechen und gemeinsam Maßnahmen vereinbaren.

 

Spezielle Tipps bei Übelkeit und Erbrechen

Krankheitsbedingte Veränderungen in Ihrem Körper können auch zu Übelkeit und Erbrechen führen.

  • Nehmen Sie häufig kleine Mahlzeiten ein (z.B. alle 2-4 Stunden eine kleine Mahlzeit).
  • Trockene, salzige Speisen beruhigen den Magen.
  • Lassen Sie, wenn möglich, andere Personen Ihre Mahlzeiten zubereiten, da der beim Kochen entstehende Duft der Speisen unter Umständen zu Übelkeit führen kann.
  • Meiden Sie sehr kalte oder sehr heiße Speisen.
  • Gehen Sie so häufig wie möglich an die frische Luft.

Bei häufig auftretenden Beschwerden können Sie darüber hinaus spezielle Produkte verwenden, z. B. geschmacksneutrale Pulver zur Anreicherung von Speisen mit Energie, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

 

Spezielle Tipps bei wunden Stellen im Mund

Häufiges Erbrechen, Nebenwirkungen der Krebstherapien und weitere Ursachen führen häufig zu wunden Stellen im Mund. Hier sollten Sie schnell handeln, denn diese erschweren die Nahrungsaufnahme.

  • Trinken Sie reichlich, um die Mundschleimhaut feucht zu halten.
  • Meiden Sie säurereiche Speisen und Getränke, wie z. B. Orangensaft.
  • Kalte oder angeeiste Speisen können Linderung im Mundraum verschaffen.
  • Weiche oder zerkleinerte Speisen lassen sich leichter und angenehmer kauen.
  • Als angenehm wird häufig der Verzehr von z. B. cremigen Suppen und Saucen, Schmor- und Nudelgerichten, Hüttenkäse, Joghurt, Pudding, Milchshakes, Eier- oder Thunfischsalaten, Hackbraten und Kartoffelpüree empfunden.

Falls eine ausreichende Nährstoffversorgung durch die Verletzungen im Mundraum beeinträchtigt erscheint, sollten Sie ergänzend eiweißreiche Produkte mit Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen einsetzen.

 

Spezielle Tipps bei Schluckbeschwerden

Schluckbeschwerden können viele Ursachen haben. Viel wichtiger ist jedoch, dass sie die Nahrungsaufnahme erheblich beeinträchtigen und dann den Therapieerfolg negativ beeinflussen können.

  • Trinken Sie reichlich Flüssigkeit (z. B. Tees, stilles Mineralwasser, Gemüse oder Fruchtsaftschorlen, Brühe, etc.).
  • Nehmen Sie häufig kleine Mahlzeiten ein (z. B. alle 2-4 Stunden eine kleine Mahlzeit).
  • Weiche oder zerkleinerte Speisen lassen sich leichter und angenehmen kauen/schlucken.
  • Befeuchten Sie Ihre Speisen, wenn erlaubt, mit Butter, Öl oder Sauce.
  • Essen Sie langsam und kauen Sie gründlich.
  • Meiden Sie trockenes Fleisch, Reisgerichte ohne Sauce, Brot, rohes Gemüse, getrocknetes Obst und Nüsse.

Sie können Flüssigkeiten oder Speisen auch mit Andickungspulver andicken. Dadurch lassen sich diese leichter verzehren. Außerdem kann so die Angst vor dem Verschlucken beim Essen und Trinken gemindert werden. Fragen Sie Ihren Arzt, Logopäden oder Ernährungsberater nach der für Sie optimalen Flüssigkeits-/Nahrungskonsistenz.

Novartis Oncology kooperiert im Bereich Ernährung mit Nestlé HealthCare Nutrition, einem führendem Anbieter von medizinischer Ernährung. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.nutrinews.de oder wenden Sie sich bei Fragen an die Hotline von Nestlé HealthCare Nutrition: 0800/1001635 (kostenlos aus dem deutschen Festnetz).

Quelle: Nestlé HealthCare Nutrition
Stand: 15.05.09
Autor: Nestlé HealthCare Nutrition


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