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Brustkrebs und Sport – Leben in Bewegung

08.08.2011

Bewegung kann sich positiv auf Krankheit und Lebensqualität bei Patientinnen mit Brustkrebs auswirken. Welche Sportart, ab welchem Zeitpunkt und wie viel Sport muss für den Einzelfall mit dem Arzt besprochen werden.

Brustkrebs und Sport – Leben in Bewegung „Sport und Brustkrebs?" werden Sie sich vielleicht fragen. Wie passt das denn zusammen? Denkt man bei einer Krebserkrankung nicht eher an Ruhe und Schonung? Soll und darf ich meinen Körper wirklich noch zusätzlich belasten, z. B. nach der Operation oder trotz der Therapie?

So viel sei vorweg genommen: Auf diese Fragen kann es keine pauschale Antwort geben. Doch in einem Punkt sind Ärzte sich einig. Es gibt kaum etwas, was bei einer Brustkrebserkrankung gegen Bewegung, aber vieles, was dafür spricht. Natürlich immer im Rahmen der eigenen Möglichkeiten. [1]

 

Bewegung hat viele positive Wirkungen

Ob Marathon oder Spaziergang - Bewegung hat viele positive Auswirkungen und kann außerdem dazu beitragen, Erkrankungs- oder Behandlungsfolgen zu mindern oder zu verhindern:[1, 3]

  • Bewegung, vor allem an der frischen Luft, fördert die Durchblutung und versorgt den Körper mit Sauerstoff. Dies kann Erschöpfung und Müdigkeit lindern; Symptome, unter denen viele Brustkrebspatientinnen auch nach der Therapie leiden.
  • Durch gezielte Übungen, ggf. unter der Anleitung eines Physiotherapeuten, kann der Lymphabfluss im Operationsgebiet gefördert und damit evtl. einem Lymphödem vorgebeugt werden.
  • Knochen werden durch Bewegung, insbesondere Kraftübungen, gestärkt. Dies trägt auch dazu bei, Osteoporose vorzubeugen.
  • Durch körperliche Aktivität werden „Glückshormone" (Endorphine) freigesetzt, deren stimmungsverbessernde Wirkung auch noch nach dem Sport anhält.
  • Regelmäßige Bewegung kann dazu beitragen, Blutdruck, Cholesterin- und Blutzuckerspiegel zu senken.
  • Bewegung regt Verdauung und Appetit an und kann den Schlaf verbessern.
  • Regelmäßige Bewegung fördert die Beweglichkeit und kräftigt die Muskulatur und kann so z. B. Rückenschmerzen und Verspannungen vorbeugen.
  • Bewegung verbraucht Energie und kann dazu beitragen, einer Gewichtszunahme entgegenzuwirken (die z. B. als Begleiterscheinung einer Antihormontherapie auftreten kann). Körperliche Aktivität kann außerdem helfen, langfristig Übergewicht abzubauen. Denn Brustkrebspatientinnen, die nach den Wechseljahren stark übergewichtig sind, haben ein höheres Risiko einen Rückfall zu erleiden, als normalgewichtige Patientinnen.[1]


Sich stark fühlen

Nicht zu unterschätzen ist auch der Einfluss von Bewegung oder Sport auf die Psyche. Hier ist nicht nur die stimmungsverbessernde Wirkung der Glückshormone gemeint. Körperliche Aktivität kann Ihnen auch das Gefühl geben, ins Leben und zur Normalität zurückzukehren und wieder leistungsfähig zu sein. Mit Sport können Sie aktiv etwas gegen die Krankheit und ihre Folgen tun - und vor allem für sich selbst.

Sport und Bewegung kann ein Gegengewicht zur Krankheit setzen: Die Erkrankung kann dazu führen, dass Sie den eigenen Körper als fremd, krank und schwach, als versehrt oder als Ursprung von Leid und Schmerz zu empfinden. Körperliche Aktivität erleichtert es, die Sichtweise zu ändern: der Körper in Aktion kann als stark, beweglich und belastbar erlebt werden, was das Körpergefühl insgesamt verbessert. Es gibt zahlreiche Untersuchungen, die diesen positiven Effekt belegen. [1, 2, 3]

 

Alles hat seine Zeit - wann besser kein Sport?

Natürlich gibt es Einschränkungen bei allem bisher Gesagten. Art, Ausmaß und Zeitpunkt der körperlichen Aktivität sollten im individuellen Fall immer eng zwischen Arzt und Patientin abgestimmt werden. Beispielsweise ist rund um eine Operation Sport im engeren Sinn für Brustkrebspatientinnen fast immer tabu. In vielen Fällen erhalten die Patientinnen aber noch im Krankenhaus Physiotherapie und können unter Anleitung erste Bewegungsübungen machen.

Besondere Umstände, unter denen die Empfehlung zu körperlicher Aktivität sorgsam abgewogen werden muss, sind beispielsweise:[1]

  • Körperlich belastende Behandlungsformen wie Chemo- oder Strahlentherapie
  • Ausgeprägter Gewichtsverlust durch Erkrankung und/oder Therapie
  • Knochenmetastasen oder ausgeprägte Osteoporose mit erhöhter Gefahr eines Knochenbruchs

Gerade Menschen, die vor der Erkrankung sehr sportlich waren, können dazu neigen, sich zu überfordern. Wenn Sie gerne aktiv werden wollen, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche körperliche Aktivität in Ihrem Fall sinnvoll und geeignet ist.

Quellen:
[1] Homepage des Krebsinformationsdienstes http://www.krebsinformationsdienst.de/leben/alltag/sport-nach-krebs.php
Broschüre Krebsinformationsdienst
[2] Die blauen Ratgeber: Bewegung und Sport bei Krebs, Deutsche Krebshilfe, 2009
[3] Sport als Therapie, Techniker Krankenkasse, 2010
Erstellt am: 16.06.2011
Autor: Michaela Spaeth-Dierl

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