Bewegung kann sich positiv auf Krankheit und Lebensqualität bei Patientinnen mit Brustkrebs auswirken. Welche Sportart, ab welchem Zeitpunkt und wie viel Sport muss für den Einzelfall mit dem Arzt besprochen werden.
„Sport und Brustkrebs?" werden Sie sich vielleicht fragen. Wie passt das denn zusammen? Denkt man bei einer Krebserkrankung nicht eher an Ruhe und Schonung? Soll und darf ich meinen Körper wirklich noch zusätzlich belasten, z. B. nach der Operation oder trotz der Therapie?
So viel sei vorweg genommen: Auf diese Fragen kann es keine pauschale Antwort geben. Doch in einem Punkt sind Ärzte sich einig. Es gibt kaum etwas, was bei einer Brustkrebserkrankung gegen Bewegung, aber vieles, was dafür spricht. Natürlich immer im Rahmen der eigenen Möglichkeiten. [1]
Ob Marathon oder Spaziergang - Bewegung hat viele positive Auswirkungen und kann außerdem dazu beitragen, Erkrankungs- oder Behandlungsfolgen zu mindern oder zu verhindern:[1, 3]
Nicht zu unterschätzen ist auch der Einfluss von Bewegung oder Sport auf die Psyche. Hier ist nicht nur die stimmungsverbessernde Wirkung der Glückshormone gemeint. Körperliche Aktivität kann Ihnen auch das Gefühl geben, ins Leben und zur Normalität zurückzukehren und wieder leistungsfähig zu sein. Mit Sport können Sie aktiv etwas gegen die Krankheit und ihre Folgen tun - und vor allem für sich selbst.
Sport und Bewegung kann ein Gegengewicht zur Krankheit setzen: Die Erkrankung kann dazu führen, dass Sie den eigenen Körper als fremd, krank und schwach, als versehrt oder als Ursprung von Leid und Schmerz zu empfinden. Körperliche Aktivität erleichtert es, die Sichtweise zu ändern: der Körper in Aktion kann als stark, beweglich und belastbar erlebt werden, was das Körpergefühl insgesamt verbessert. Es gibt zahlreiche Untersuchungen, die diesen positiven Effekt belegen. [1, 2, 3]
Natürlich gibt es Einschränkungen bei allem bisher Gesagten. Art, Ausmaß und Zeitpunkt der körperlichen Aktivität sollten im individuellen Fall immer eng zwischen Arzt und Patientin abgestimmt werden. Beispielsweise ist rund um eine Operation Sport im engeren Sinn für Brustkrebspatientinnen fast immer tabu. In vielen Fällen erhalten die Patientinnen aber noch im Krankenhaus Physiotherapie und können unter Anleitung erste Bewegungsübungen machen.
Besondere Umstände, unter denen die Empfehlung zu körperlicher Aktivität sorgsam abgewogen werden muss, sind beispielsweise:[1]
Gerade Menschen, die vor der Erkrankung sehr sportlich waren, können dazu neigen, sich zu überfordern. Wenn Sie gerne aktiv werden wollen, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche körperliche Aktivität in Ihrem Fall sinnvoll und geeignet ist.