Viele Patientinnen begehen nach der Operation den Fehler, sich zu wenig körperlich zu belasten und keinen Sport zu betreiben. Ebenso ein Fehler wäre übertriebene körperliche Belastung oder Leistungssport. Extreme sowohl in der einen als auch in der anderen Richtung sollten auf jeden Fall vermieden werden.
Wenn Sie z. B. schwimmen, so sollten Sie nicht gerade kraulen, da dies den Arm der betroffenen Seite dann zu sehr belastet, wenn eine zusätzliche Lymphknotenausräumung in der Achselhöhle erfolgte. Leichtes Tennis ist durchaus erlaubt, es sei denn, daß Sie ein Armödem haben. Dann sollten Sie einen Armkompressionsstrumpf tragen und ruckartige Bewegungen vermeiden.
Viele Frauen begehen den Fehler, den Arm auf der operierten Seite wegen eventueller Schmerzen nicht zu bewegen. Derartige Schonhaltungen sind falsch; Schonhaltungen können nicht nur zu schmerzhaften Muskelverspannungen führen, sondern bei mangelnder Inanspruchnahme der Muskelpumpe und dadurch bedingtem vermindertem Gefäßabfluß sogar ödemfördernd wirken.
Auch wenn es Ihnen vielleicht anfangs etwas schwerfällt, werden Sie bestimmt bald merken, daß Ihnen etwas »Training« rundherum guttut. Dabei geht es gar nicht darum, Leistungen zu erbringen oder Siege zu erringen. Als Grundregel gilt: Ausdauersport ist besser als risikoreicher Wettkampfsport wie z. B. Leichtathletik.
Wer früher kaum oder gar keinen Sport betrieben hat, kann ganz langsam mit Ergometertraining und Wandern anfangen. Schwimmen, mit ruhigen, gleichmäßigen Zügen, ist immer gut. Haben Sie keine Angst, sich im Schwimmbad zu zeigen. Für Frauen, die eine Brust verloren haben, gibt es Spezialbadeanzüge, in denen Sie eine Brustprothese tragen können, ohne daß jemand etwas bemerkt. Heute gibt es sehr gute Brustprothesen, die sich auch unebenem Narbengebiet und sanft jeder Bewegung anpassen und so bei der sportlichen Betätigung kein Hindernis darstellen.
Wegen der vielen Vorteile einer sportlichen Betätigung werden vielerorts "Sportgruppen nach Krebs" von den Kassen gefördert. Adressen von Sportgruppen in Ihrer Region können Sie in den Tumornachsorgekliniken erfahren, telefonisch beim Krebsinformationsdienst (KID), Telefon 06221/410121, oder bei Ihrem Landessportverband.