Essen ist vor allem Genuss und Lebensqualität. Doch was und wie wir Nahrung zu uns nehmen, beeinflusst den ganzen Körper, und kann möglicherweise das Risiko für die Entstehung oder das erneute Aufflammen von Krebs senken.
Dass die Ernährung das Risiko für die Entstehung von Krebs beeinflusst, ist allgemein anerkannt – wie groß dieser Einfluss ist, bleibt wissenschaftlich umstritten. [1] Sicher ist, dass kein Nahrungsmittel alleine die Entstehung oder das Wiederaufflammen von Brustkrebs verhindern oder verursachen kann. Krebserkrankungen sind das Ergebnis vieler verschiedener Einflussfaktoren. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass ein normales Körpergewicht und eine gesunde Ernährung dazu beitragen können, das Risiko einer Krebserkrankung zu senken.
Bitte beachten Sie, dass alle folgenden Hinweise allgemeiner Natur sind. Der behandelnde Arzt kann den persönlichen Ernährungszustand messen und die individuellen Bedürfnisse bei einer Ernährungsberatung berücksichtigen. [2]
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat allgemeine Empfehlungen für eine gesunde Ernährung entwickelt. [3] Neben der Senkung des Risikos für Volkskrankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck, könnten diese Empfehlungen möglicherweise auch dazu beitragen, das Krebsrisiko zu senken. Neben einer normalen, abwechslungsreichen Kost sind z. B. folgende praktische Empfehlungen für eine gesunde Lebensweise allgemein anerkannt: [4]
Es ist bekannt, dass ein höheres Brustkrebsrisiko besteht, je länger eine Frau mit zunehmendem Alter den monatlich schwankenden Hormonspiegeln ausgesetzt ist. [5] Für die Veränderungen während des Zyklus ist das Geschlechtshormon Östrogen verantwortlich. Man vermutet daher, dass Östrogen ein Risikofaktor für die Entstehung von Brustkrebs ist. Speziell für Brustkrebs wird eine Ernährung empfohlen, die die Menge an Östrogen reduzieren oder seine Wirkung hemmen kann. [8]
Ballaststoffe und Kohlgemüse: Eine ballaststoffreiche Ernährung und Kohlgemüse werden häufig empfohlen, da sie die Wirkung des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen hemmen. [7] Ein risikomindernder Effekt konnte bislang jedoch nicht eindeutig bewiesen werden. [6] Besonders ballaststoffreich sind Nahrungsmittel wie Haferflocken, Weizenkleie oder Roggenknäckebrot.
Übergewicht: Östrogen wird im Fettgewebe gespeichert. Bei übergewichtigen Frauen wird daher auch nach den Wechseljahren noch eine relevante Menge an Östrogen aus dem Fettgewebe freigesetzt, welches möglicherweise die Krebsentstehung begünstigt. Um das Krebsrisiko zu senken, wird daher empfohlen, ein normales Gewicht anzustreben, um damit den Anteil an Fettgewebe gering zu halten. [6]
Wenn Sie darüber nachdenken, eine Diät zur Gewichtsreduktion zu beginnen, sollten Sie dies vorher mit Ihrem Arzt besprechen. Das gilt insbesondere, wenn Sie bereits an Brustkrebs erkrankt sind. Er kann den aktuellen Ernährungszustand messen und wird Sie auch im Hinblick auf Ihre spezielle Situation beraten, ob eine Gewichtsabnahme sinnvoll ist und wie Sie diese anstreben sollten. Er kann Ihnen außerdem Auskunft geben, wenn Sie sich für spezielle „Krebsdiäten“ interessieren.
Auch wenn die Menge und Wirkung von Östrogen durch die Ernährung beeinflusst werden kann, hat dies in der Regel keinen negativen Einfluss auf eine antihormonelle Therapie, die in manchen Fällen bei Brustkrebs verordnet wird. Dies sollten Sie jedoch im Einzelfall mit Ihrem Arzt besprechen.
Krebs entsteht, wenn eine Körperzelle so geschädigt wird, dass sie sich unkontrolliert vermehrt. Die Schädigung kann unterschiedliche Ursachen haben. Einige Risikofaktoren gelten jedoch für alle Tumoren. Dazu zählen vor allem die freien Radikale. Diese reaktionsfreudigen Substanzen finden sich überall in unserem Körper und sind in gewissen Mengen nützlich, um z. B. Krankheitserreger abzuwehren. Kommen sie im Überfluss vor, können sie die Körperzellen jedoch schädigen und so zur Krebsentstehung beitragen. Rauchen und der Genuss von Alkohol führen dem Körper vermehrt freie Radikale zu. [7]
Einige Nahrungsmittel enthalten Stoffe, die sich mit den freien Radikalen verbinden und diese dadurch unschädlich machen. Solche Stoffe, die Radikalfänger, können dazu beitragen, das Krebsrisiko zu senken. [7] Zu den Radikalfängern gehören z. B. Flavonoide. Sie sind in Obst, Gemüse sowie schwarzem und grünem Tee, Zitrusfrüchten, Kräutern und Gewürzen enthalten. [7] Auch Mineralstoffe wie Selen können möglicherweise das Risiko für Krebserkrankungen senken. Selen ist z. B. in Fischen wie Hering, in Kokos- oder Paranüssen, sowie Naturreis und Sojabohnen vorhanden. Darüber hinaus zählen auch die Vitamine A, B, C und E zu den Radikalfängern.
Nahrungsfette reagieren zum einen gerne mit freien Radikalen und werden dadurch selbst zu freien Radikalen, die die Entstehung von Krebs begünstigen können. Zum anderen sind Fette sehr kalorienhaltig, was zu Übergewicht und den entsprechenden Folgen führen kann. Dennoch ist ein völliger Verzicht auf Fett nicht zu empfehlen, denn Fett besteht u. a. aus so genannten Fettsäuren, auf die der Körper angewiesen ist. Man unterscheidet gesättigte und ungesättigte Fettsäuren. Ob das Fett sich nun eher schädlich oder förderlich auswirkt, liegt an seiner Zusammensetzung dieser Fettsäuren. Empfehlenswert sind Fette mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren. [9]
Auf dieser Internetseite finden Sie weitergehende Informationen zu Ernährung, Vollwertkost und Krebsdiäten sowie zum Thema Sport und Bewegung.