• Schriftgröße

Ernährung und Entstehung von Brustkrebs

02.01.2012

Essen ist vor allem Genuss und Lebensqualität. Doch was und wie wir Nahrung zu uns nehmen, beeinflusst den ganzen Körper, und kann möglicherweise das Risiko für die Entstehung oder das erneute Aufflammen von Krebs senken.

Ernährung und Entstehung von BrustkrebsDass die Ernährung das Risiko für die Entstehung von Krebs beeinflusst, ist allgemein anerkannt – wie groß dieser Einfluss ist, bleibt wissenschaftlich umstritten. [1] Sicher ist, dass kein Nahrungsmittel alleine die Entstehung oder das Wiederaufflammen von Brustkrebs verhindern oder verursachen kann. Krebserkrankungen sind das Ergebnis vieler verschiedener Einflussfaktoren. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass ein normales Körpergewicht und eine gesunde Ernährung dazu beitragen können, das Risiko einer Krebserkrankung zu senken.

Bitte beachten Sie, dass alle folgenden Hinweise allgemeiner Natur sind. Der behandelnde Arzt kann den persönlichen Ernährungszustand messen und die individuellen Bedürfnisse bei einer Ernährungsberatung berücksichtigen. [2]

 

Eine gesunde Ernährung kann das Krebsrisiko senken

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat allgemeine Empfehlungen für eine gesunde Ernährung entwickelt. [3] Neben der Senkung des Risikos für Volkskrankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck, könnten diese Empfehlungen möglicherweise auch dazu beitragen, das Krebsrisiko zu senken. Neben einer normalen, abwechslungsreichen Kost sind z. B. folgende praktische Empfehlungen für eine gesunde Lebensweise allgemein anerkannt: [4]

  • Normalgewicht anstreben
  • Ca. 400 g Gemüse und Obst am Tag
  • Relativ unverarbeitetes Getreide oder Hülsenfrüchte zu möglichst jeder Mahlzeit dazu (Naturreis, Vollkornweizen, Linsen, Bohnen)
  • Reduktion des Genusses von rotem Fleisch auf ca. 500 g/Woche
  • Reduktion des Alkoholgenusses
  • Reduktion der Salzaufnahme auf ca. 6 g/Tag

Spezialfall Brustkrebs und Ernährung

Es ist bekannt, dass ein höheres Brustkrebsrisiko besteht, je länger eine Frau mit zunehmendem Alter den monatlich schwankenden Hormonspiegeln ausgesetzt ist. [5] Für die Veränderungen während des Zyklus ist das Geschlechtshormon Östrogen verantwortlich. Man vermutet daher, dass Östrogen ein Risikofaktor für die Entstehung von Brustkrebs ist. Speziell für Brustkrebs wird eine Ernährung empfohlen, die die Menge an Östrogen reduzieren oder seine Wirkung hemmen kann. [8]

Ballaststoffe und Kohlgemüse: Eine ballaststoffreiche Ernährung und Kohlgemüse werden häufig empfohlen, da sie die Wirkung des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen hemmen. [7] Ein risikomindernder Effekt konnte bislang jedoch nicht eindeutig bewiesen werden. [6] Besonders ballaststoffreich sind Nahrungsmittel wie Haferflocken, Weizenkleie oder Roggenknäckebrot.

Übergewicht: Östrogen wird im Fettgewebe gespeichert. Bei übergewichtigen Frauen wird daher auch nach den Wechseljahren noch eine relevante Menge an Östrogen aus dem Fettgewebe freigesetzt, welches möglicherweise die Krebsentstehung begünstigt. Um das Krebsrisiko zu senken, wird daher empfohlen, ein normales Gewicht anzustreben, um damit den Anteil an Fettgewebe gering zu halten. [6]

Wenn Sie darüber nachdenken, eine Diät zur Gewichtsreduktion zu beginnen, sollten Sie dies vorher mit Ihrem Arzt besprechen. Das gilt insbesondere, wenn Sie bereits an Brustkrebs erkrankt sind. Er kann den aktuellen Ernährungszustand messen und wird Sie auch im Hinblick auf Ihre spezielle Situation beraten, ob eine Gewichtsabnahme sinnvoll ist und wie Sie diese anstreben sollten. Er kann Ihnen außerdem Auskunft geben, wenn Sie sich für spezielle „Krebsdiäten“ interessieren.

Auch wenn die Menge und Wirkung von Östrogen durch die Ernährung beeinflusst werden kann, hat dies in der Regel keinen negativen Einfluss auf eine antihormonelle Therapie, die in manchen Fällen bei Brustkrebs verordnet wird. Dies sollten Sie jedoch im Einzelfall mit Ihrem Arzt besprechen.

 

Freie Radikale, Ernährung und Krebsentstehung

Krebs entsteht, wenn eine Körperzelle so geschädigt wird, dass sie sich unkontrolliert vermehrt. Die Schädigung kann unterschiedliche Ursachen haben. Einige Risikofaktoren gelten jedoch für alle Tumoren. Dazu zählen vor allem die freien Radikale. Diese reaktionsfreudigen Substanzen finden sich überall in unserem Körper und sind in gewissen Mengen nützlich, um z. B. Krankheitserreger abzuwehren. Kommen sie im Überfluss vor, können sie die Körperzellen jedoch schädigen und so zur Krebsentstehung beitragen. Rauchen und der Genuss von Alkohol führen dem Körper vermehrt freie Radikale zu. [7]

Einige Nahrungsmittel enthalten Stoffe, die sich mit den freien Radikalen verbinden und diese dadurch unschädlich machen. Solche Stoffe, die Radikalfänger, können dazu beitragen, das Krebsrisiko zu senken. [7] Zu den Radikalfängern gehören z. B. Flavonoide. Sie sind in Obst, Gemüse sowie schwarzem und grünem Tee, Zitrusfrüchten, Kräutern und Gewürzen enthalten. [7] Auch Mineralstoffe wie Selen können möglicherweise das Risiko für Krebserkrankungen senken. Selen ist z. B. in Fischen wie Hering, in Kokos- oder Paranüssen, sowie Naturreis und Sojabohnen vorhanden. Darüber hinaus zählen auch die Vitamine A, B, C und E zu den Radikalfängern.

 

Tierische Fette und Pflanzenöle

Nahrungsfette reagieren zum einen gerne mit freien Radikalen und werden dadurch selbst zu freien Radikalen, die die Entstehung von Krebs begünstigen können. Zum anderen sind Fette sehr kalorienhaltig, was zu Übergewicht und den entsprechenden Folgen führen kann. Dennoch ist ein völliger Verzicht auf Fett nicht zu empfehlen, denn Fett besteht u. a. aus so genannten Fettsäuren, auf die der Körper angewiesen ist. Man unterscheidet gesättigte und ungesättigte Fettsäuren. Ob das Fett sich nun eher schädlich oder förderlich auswirkt, liegt an seiner Zusammensetzung dieser Fettsäuren. Empfehlenswert sind Fette mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren. [9]

  • Empfehlenswerte Fette: Pflanzliche Fette und Öle, wie z. B. Raps- oder Olivenöl enthalten zu einem Großteil ungesättigte Fettsäuren. [1] Auch Nüsse und Samen enthalten vor allem „gesunde“ Fette.
  • Omega-3-Fettsäuren: Spezielle Fettsäuren, die Omega-3-Fettsäuren, gehören sowohl zu den empfehlenswerten ungesättigten Fettsäuren als auch zu den Substanzen, die freie Radikale binden. Daher können sie dazu beitragen, das Krebsrisiko zu senken. [1] Reich an Omega-3-Fettsäuren sind Pflanzenöle, wie z. B. Leinsamen-, Walnuss-, Raps- und Sojaöl sowie Fisch (Lachs, Makrele).
  • Weniger empfehlenswerte Fette: Tierische Lebensmittel wie Käse, Butter, Fleisch oder Wurst enthalten hauptsächlich gesättigte Fettsäuren. Es wird empfohlen, diese Lebensmittel eher sparsam zu genießen. [1]

Auf dieser Internetseite finden Sie weitergehende Informationen zu Ernährung, Vollwertkost und Krebsdiäten sowie zum Thema Sport und Bewegung.

Quellen:
[1] Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: Fettkonsum und Prävention von Krebserkrankungen, verfügbar unter http://www.dge.de/pdf/ws/ll-fett/10-Krebserkrankungen-DGE-Leitlinie-Fett-11-2006.pdf (zuletzt besucht am 06.12.2011)
[2] http://www.krebsinformation.de/themen/risiken/lebensstil.php
[3] http://www.dge.de/modules.php?name=St&file=vollwert, (zuletzt besucht am 20.12.2011)
[4] http://www.dietandcancerreport.org/expert_report/recommendations/index.php (zuletzt besucht am 06.12.2011)
[5] http://www.krebsinformation.de/tumorarten/brustkrebs/brustkrebsrisiken-uebersicht.php, (zuletzt besucht am 20.12.2011)
[6] http://www.dge.de/pdf/ws/ll-kh/09-Krebs-DGE-Leitlinie-KH.pdf (zuletzt besucht am 06.12.2011)
[7] http://www.ernaehrung.de/aktuell/archiv/Brustkrebs-Praevention.php (zuletzt besucht am 06.12.2011)
[8] http://www.bleibjung.de/index.php/ernaehrung/gesund-essen-und-trinken/260-gezielte-ernaehrung-schuetzt-vor-brustkrebs, (zuletzt besucht am 20.12.2011)
[9] http://www.medizinfo.de/ernaehrung/fett.htm, (zuletzt besucht am 20.12.2011)

Erstellt am: 13.12.2007
Aktualisiert am: 07.12.2011
Autor: Dr. med. Sonja Hermeneit

Dies ist ein Service von Novartis Oncology
Selbstuntersuchung
Selbstuntersuchung
Abtasten der Brust zur Selbstuntersuchung
Einmal im Monat sollte jede Frau ihre Brüste in Ruhe abtasten.
Anleitung zur Brustuntersuchung
Sie befinden sich hier: