Ob bestimmte „Krebsdiäten" das Tumorwachstum hemmen können, ist äußerst fraglich. Grundsätzlich ist jede extreme und einseitige Kostform schädlich für die Gesundheit.
Vor einigen "Krebsdiäten" warnen Experten ausdrücklich. Sie haben bei einigen Patienten zum Teil schwerwiegende Auswirkungen gehabt. Hierzu gehören zum Beispiel die Breuß'sche Saftkur Im Folgenden stellen wir Ihnen einige "Krebsdiäten" vor.
Sie wird bei Kindern gerne empfohlen und hat als besonderes Merkmal, dass die drei Grundnahrungsstoffe getrennt voneinander aufgenommen werden müssen. Abgesehen davon, dass diese Hay'sche Trennkost nur sehr schwer durchzuführen ist, ernährungsphysiologisch auf unhaltbaren Thesen beruht und mit Sicherheit keinerlei Auswirkungen auf das Wiedererkrankungsrisiko hat, ist sie auch wegen der mit ihr verbundenen medizinischen Gefahren abzulehnen.
Ähnliches trifft auf die Schnitzer-Intensivkost zu. Im Gegensatz zur modifizierten Schnitzer-Kost (Schnitzer Normalkost) handelt es sich bei der Schnitzer-Intensivkost um eine sehr strenge und intensive vegetarische Kost, bei der keinerlei Fleisch und Milch, Brot und keine erhitzten Speisen erlaubt sind. Mit dem Risiko einer Anämie, Osteoporose (Knochenentkalkung) oder anderen Mangelerscheinungen muss gerechnet werden. Auch können nicht genügend essenzielle Eiweiße aufgenommen werden.
Wie die Schnitzer-Intensivkost kann die makrobiotische Kost, wenn sie nur auf Getreideprodukten (Stufen 6-10) beruht, gesundheitsgefährdend sein, ja sogar tödliche Komplikationen sind möglich.
Die makrobiotische Kost stammt aus dem asiatischen Raum und empfiehlt vorrangig Vollkorn, Bohnen, Nüsse, Algen, ausgewählte Gemüse und schließlich reine Getreidenahrung zu sich zu nehmen. Es gibt mehrere Stufen; mit jeder Stufe wird die makrobiotische Kost einseitiger. Die dabei verwendeten Lebensmittel werden in Yin und Yang eingeteilt. Dies ist - zumindest für die höheren Stufen - kompliziert und zeitaufwendig. Ohne philosophische Vorbildung lässt sich diese Kost nur schwer nachvollziehen. Sie ist auf unsere westlichen Verhältnisse auch schon allein wegen der ungewohnten und mitunter wenig appetitanregenden Lebensmittelzusammenstellung kaum übertragbar.
Besondere Vorsicht ist bei Herz-Kreislauf-Erkrankten und älteren Patientinnen geboten, da die bei der makrobiotischen Kost empfohlenen niedrigen Flüssigkeitszufuhren gefährlich werden können.
Besonders gewarnt wird vor bestimmten Saftkuren (z.B. Breuß'sche Saftkur), da diese zu erheblichen Nebenwirkungen führen können.
Generell wird von Fastenkuren abgeraten. Das Risiko von Mangelerscheinungen ist nicht zu unterschätzen und schwerwiegende Folgen sind möglich.
Bei dieser Ernährungsform wird auf Salz verzichtet. Nahrungsbestandteile sind z.B. rohe Früchte und Salat, gekochtes Gemüse oder Säfte. Daneben erhalten die Patienten frischen Kalbslebersaft. Einläufe sind ein weiterer Bestandteil dieser Therapie. Wissenschaftlich konnte die Wirksamkeit bislang nicht belegt werden.
Gewarnt wird an dieser Stelle auch vor "Diätfanatismus". Ein positiver Effekt dieser Diäten auf das Tumorwachstum und die Überlebenszeit ist außerordentlich unsicher. Möglich ist allerdings eine Verschlechterung der Lebensqualität für Betroffene und Angehörige. Sicher ist, dass unverantwortliche Industrien viel Geld hiermit machen und falsche Hoffnungen wecken.