Die regelmäßige Untersuchung der Brust zuhause ist ein wichtiger Beitrag zur Früherkennung von Brustkrebs. Die Anleitung erklärt Schritt für Schritt, wie Sie dabei vorgehen können.
Jede Frau sollte monatlich ihre Brüste abtasten, um Veränderungen festzustellen, die sich eventuell seit der letzten Selbstuntersuchung eingestellt haben.
Vor den Wechseljahren ist der beste Zeitraum zur Selbstuntersuchung direkt nach der Periode, da zyklusbedingte Verhärtungen dann eher selten sind. Nach den Wechseljahren können Sie einen beliebigen Tag wählen, gut ist es jedoch, wenn Sie hierfür einen festen Tag des Monats im einplanen und eventuell in Ihren Kalender eintragen.
Sorgen Sie für eine gute Beleuchtung und nehmen Sie sich genügend Zeit. Das Abtasten der Brust fällt leichter, wenn Sie die Haut eincremen oder einölen.
Wenn Sie Veränderungen feststellen, kann es sich um eine harmlose Veränderung handeln. Wenden Sie sich aber auf jeden Fall an Ihren Frauenarzt, um die Auffälligkeit abzuklären. Merken Sie sich dazu die Stelle genau. [1]
Die weibliche Brust ist zeitlebens in Veränderung. Beispielsweise verändert sie ihre Form und auch ihre Festigkeit durch den Hormoneinfluss. Die Selbstuntersuchung hat also den Sinn, dass Sie mit Ihren Brüsten im Laufe der Zeit so gut vertraut sind, dass Sie trotz der natürlichen, hormonbedingten Schwankungen Veränderungen zwischen den aufeinanderfolgenden Untersuchungen bemerken. Dies fällt Ihnen leichter, wenn Sie Ihre Brust immer nach demselben Schema untersuchen.

Abb. 1 Die Anatomie der weiblichen Brust (Bild nach: Patrick J. Lynch Creative Commons Attribution 2.5 License).
Grundsätzlich können Sie bei der Untersuchung der Brust folgende Gewebearten ertasten (siehe Abb. 1):
Teilen Sie Ihre Brust gedanklich in vier Bereiche auf, indem Sie sich ein Kreuz mit einer senkrechten und einer waagerechten Linie durch die Brustwarze vorstellen (siehe auch Die weibliche Brust: Anatomie und Entwicklung). Im äußeren oberen Viertel dieses Kreuzes, also zwischen Schlüsselbein und Achselhöhle, kommen erfahrungsgemäß bösartige Knoten am häufigsten vor. [1] Widmen Sie jedoch beim Abtasten der Brust allen Bereichen die gleiche Aufmerksamkeit!
Brustuntersuchung Schritt 1

Abb. 2 Betrachten der Brust im Stehen
Stellen Sie sich bei guter Beleuchtung vor einen Spiegel und lassen Sie die Arme locker an der Seite herunterhängen. Betrachten Sie Ihre Brüste eingehend und achten Sie dabei auf Veränderungen.
Einige Fragen können dabei hilfreich sein:
Beachten Sie, dass bei den wenigsten Frauen beide Brüste völlig gleich aussehen. Oft ist beispielsweise die linke Brust etwas größer als die rechte.
Brustuntersuchung Schritt 2

Abb. 3 Betrachten der Brust in Bewegung
Heben Sie die Arme an und bewegen Sie sie langsam auf und ab. Beobachten Sie dabei im Spiegel, wie sich Ihre Brüste und Brustwarzen mitbewegen. Wiederholen Sie die Bewegung mehrmals und ändern Sie auch den Blickwinkel (von vorne und von beiden Seiten). Achten Sie auf neue Hautfalten, Einziehungen oder Vorwölbungen.
Folgende Fragen können Ihnen bei der Begutachtung der Brüste helfen:
Brustuntersuchung Schritt 3

Abb. 4 Abtasten der Brust im Stehen
Legen Sie eine Hand hinter den Kopf. Tasten Sie mit den drei mittleren Fingern der anderen Hand die Brust systematisch ab (siehe Schritte 3a-3c). Legen Sie die Fingerkuppen dabei flach auf die Haut. Tasten Sie Ihre Brust mit unterschiedlichen Druckstärken ab: zuerst zart, dann mit etwas mehr Druck und schließlich mit deutlichem Druck. So erreichen Sie auch die tiefer liegenden Schichten der Brust.
Oben außen fühlt sich die Brust manchmal dichter und knotiger an als in den anderen Bereichen.
Brustuntersuchung Schritt 3a

Abb. 5 Kreisförmiges Abtasten der Brust im Stehen
Damit alle Bereiche der Brust erfasst werden, sollte man bei jedem Abtasten einem bestimmten Muster folgen. Folgende Methode hat sich bewährt: Beginnen Sie damit, die Brust in kleiner werdenden Kreisen von außen nach innen in Richtung Brustwarze zu untersuchen.
Brustuntersuchung Schritt 3b

Abb. 6 Linienförmiges Abtasten der Brust im Stehen
Im nächsten Schritt tasten Sie die Brust in Linien von oben nach unten und von außen nach innen ab.
Brustuntersuchung Schritt 3c

Abb. 7 Strahlenförmiges Abtasten der Brust im Stehen
Dann strahlenförmig von außen in Richtung Brustwarze hin abtasten.
Brustuntersuchung Schritt 4

Abb. 8 Drücken der Brustwarze
Drücken Sie jede Brustwarze leicht zwischen Daumen und Zeigefinger. Treten dabei farbige Absonderungen oder eine Flüssigkeit aus, sollten Sie Ihren Frauenarzt aufsuchen.
Brustuntersuchung Schritt 5

Abb. 9 Abtasten der Brust im Liegen
Legen Sie sich auf den Rücken und wiederholen Sie das Abtasten der Brust im Liegen. Achten Sie diesmal besonders auf die unteren Brustpartien.
Brustuntersuchung Schritt 6

Abb. 10 Untersuchung der Achselhöhlen
Zum Schluss der Untersuchung sollten Sie Ihre Achselhöhlen abtasten. In diesem Bereich befinden sich die Lymphknoten. Strecken Sie dazu den Arm nach oben weg. Das Abtasten sollte mit zartem, evtl. streichendem Druck gegen die Brustwand erfolgen. Achten Sie darauf, ob Sie verhärtete Knoten ertasten.[2]
Hinweis: Diese Anleitung kann und soll die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Arzt nicht ersetzen. Wenn Sie Auffälligkeiten beobachten, wenden Sie sich an Ihren Frauenarzt.
Quellen:
[1] CNE.magazin, Leitfaden: So untersuchen Sie Ihre Brust, Thieme Verlag, 03/07
[2] Internetseite der Österreichischen Krebshilfe, http://www.krebshilfe.net/information/vorsorge/frauen/brustselbstuntersuchung.shtm (zuletzt gesichtet am 07.10.11)
Aktualisiert am 07.09.11
Autor: BSMO, aktualisiert von Cornelia Dietz