An dieser Stelle finden Sie Antworten auf häufige Fragen zu Brustkrebs. Mehr Details zu den einzelnen Themen erhalten Sie über die Verlinkungen im Text.
Unter der Bezeichnung Brustkrebs, die Mediziner sprechen vom Mammakarzinom (lat. mamma = weibliche Brust, griech. karkinos = Krebs), werden bösartige Tumoren der Brustdrüse zusammengefasst. Fast alle gehen von den Milchgängen oder den Drüsenläppchen des Brustgewebes aus. Sie werden entsprechend duktale (lat. ductus = Gang) oder lobuläre (griech. lobos = Lappen) Karzinome genannt. [1]
Ja, wer einen Knoten in der Brust fühlt, sollte den Frauenarzt aufsuchen. Nur dieser kann beurteilen, ob es sich bei dem Knoten um eine harmlose Veränderung der Brust oder um einen bösartigen Tumor handelt. Im Zweifelsfall leitet der Arzt weitergehende Untersuchungen ein.
Weltweit wird die Krankheit jährlich bei rund 1,1 Millionen Frauen diagnostiziert. In Deutschland erkranken derzeit jedes Jahr mehr als 57.000 Frauen. Brustkrebs ist damit die häufigste Krebserkrankung der Frau. In 1 % der Fälle tritt Brustkrebs auch bei Männern auf. [3-5]
Jüngere Frauen (bis ca. 40 Jahre) erkranken seltener. Mit zunehmendem Lebensalter steigt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Das mittlere Erkrankungsalter liegt derzeit bei ca. 64 Jahren. [1, 4]
Es gibt Faktoren, die die Entstehung und das Wachstum von Brustkrebs begünstigen. Dazu gehören:
Die Zahl der Sterbefälle sinkt seit Mitte der 1990er Jahre deutlich, d. h. immer mehr Frauen, die an Brustkrebs erkranken, sterben nicht daran. Für alle Brustkrebspatientinnen gesamt liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate derzeit bei etwa 83–87 %. Das bedeutet, dass fünf Jahre nach Diagnosestellung noch mehr als vier Fünftel der erkrankten Frauen leben. [4, 5]
Der Krankheitsverlauf und die Behandlungsaussichten bei Brustkrebs werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören u. a.:
Im Einzelfall treffen zumeist verschiedene Einflussfaktoren aufeinander, die sich in ihrer Auswirkung auf die Prognose gegenseitig beeinflussen. Statistische Werte zur Prognose sind deshalb immer nur als eine grobe Orientierungshilfe zu verstehen. [2]
Zum einen erfasst der Arzt die persönliche und familiäre Krankengeschichte (Anamnese) und führt eine Tastuntersuchung durch. Zum anderen sind weitere Untersuchungen notwendig, um sicher zwischen gut- und bösartigen Veränderungen der Brust zu unterscheiden. Angewandt werden meist
Endgültige Gewissheit bringt in der Regel nur die feingewebliche (histologische) Untersuchung. [6]
Bei der Feinnadelpunktion, die oft unter Ultraschallkontrolle stattfindet, werden mithilfe einer dünnen Punktionskanüle Zellen aus verdächtigen Herden entnommen und anschließend unter dem Mikroskop beurteilt. Nach derzeitigem Wissensstand ist eine Verschleppung von Krebszellen in den Körper durch diese Untersuchungsmethode nicht zu befürchten.
Bösartige Tumoren der Brust neigen dazu, sich über das Lymphsystem und die Blutgefäße in andere Organe auszubreiten und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) zu bilden. Betroffen sind zunächst insbesondere die Knochen (z. B. Wirbelsäule, Becken, Rippen, Oberschenkel, Schädel), die Lunge und die Leber, später auch andere Organe. Nach und nach verdrängen und zerstören die Metastasen das normale Organgewebe. Die betroffenen Organe können ihre Funktion nicht mehr erfüllen und es treten Schmerzen und gefährliche Komplikationen auf.
Die Therapie von Brustkrebs richtet sich in erster Linie nach dem Ausprägungsgrad der Krankheit, d. h. ob der Brustkrebs örtlich begrenzt ist oder sich im Körper ausgebreitet hat. Daneben werden weitere Faktoren zur Therapieentscheidung herangezogen wie z. B. Typ und Größe des Tumors, Rückfallrisiko, das Alter der Patientin und andere. Die derzeitige Therapie stützt sich auf drei Säulen: Operation, Strahlentherapie und medikamentöse Therapien. [7]
Tumoren, die zum Zeitpunkt der Diagnosestellung noch nicht in andere Organe gestreut haben, lassen sich durch die Operation oftmals heilen. Dennoch bleibt ein Restrisiko, dass im Körper zirkulierende Krebszellen übriggeblieben sind. Deshalb schließt sich an die Operation in der Regel eine adjuvante (unterstützende) Behandlung mit Bestrahlung an, häufig ergänzt von einer medikamentösen Therapie. Dies kann sein
Durch die adjuvante Therapie soll das Risiko für ein Wiederauftreten (Rezidiv) der Krankheit so weit wie möglich gesenkt werden. [7]
Bei fortgeschrittenen Tumoren, die bereits in andere Organe gestreut haben, verfolgt die Behandlung zwei Ziele: das Fortschreiten der Krankheit so lange wie möglich aufzuhalten und bestehende Beschwerden zu lindern. Die Behandlung wird immer individuell für die Patientin und ihre Krankheitssituation geplant. [8]
Ist ein Tumor besonders groß, kann bereits im Vorfeld der Operation eine Behandlung mit Chemotherapie durchgeführt werden, um den Tumor zu verkleinern (neoadjuvante Therapie).
Im Bereich der modernen Therapien, etwa der Antihormontherapie und der zielgerichteten Therapien, wird intensiv geforscht, um die Therapieoptionen zu erweitern und kontinuierlich zu verbessern. Brustkrebspatientinnen können sich daher über ihren Arzt auch über die Möglichkeiten zur Teilnahme an aktuellen Studien informieren.
Bei einer schweren Erkrankung wie Brustkrebs kann neben der ärztlichen Betreuung der Austausch mit anderen Betroffenen hilfreich sein. Das Wissen, dass andere das Schicksal teilen, stärkt oft den eigenen Umgang mit der Krankheit. Möglich wird der Austausch z. B. in speziellen Internet-Foren und Selbsthilfegruppen. Hier können die Betroffenen von dem Wissen anderer profitieren und auch ihre eigenen Erfahrungen weitergeben. Mittlerweile gibt es in Deutschland zahlreiche Angebote zur Selbsthilfe bei Brustkrebs.
Antworten auf sozialrechtliche Fragen erhalten Sie bei den Sozialdiensten, die es in den meisten großen Krankenhäusern, Krebsberatungsstellen, Geschäftsstellen von Krankenkassen und Gesundheitsämtern, Einrichtungen der Wohlfahrtspflege und onkologischen Rehabilitationskliniken gibt. Diese informieren auch über Hilfsmöglichkeiten (z. B. Haushaltshilfen), stellen Kontakte zu Beratungsstellen (z. B. Psychologen, Familienberatung) und Selbsthilfegruppen her und helfen bei der Erstellung von Anträgen etwa für Kuren oder einen Schwerbehindertenausweis. [9]
Quellen:
[1] http://www.krebsinformationsdienst.de/themen/risiken/gutartige-brustveraenderungen.php (zuletzt besucht am 20.09.11)
[2] http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_brustkrebs-stadieneinteilung-prognose_369.html (zuletzt besucht am 20.09.11)
[3] http://www.bcaction.de/lernen/brustkrebs-in-deutschland-europa-und-weltweit/ (zuletzt besucht am 20.09.11)
[4] Robert Koch-Institut (RKI). Ergebnisse zur Prävalenz, Brustdrüse der Frau, ICD-10 C50, 23.02.2010
[5] http://www.wissen-macht-stark.de/index.php?f=Krebsarten&c=Glossar&p=pat_ka_brustkrebs_definition&m=Brustkrebs&t=Brustkrebs+-+Definition+und+H%E4ufigkeit (zuletzt besucht am 20.09.11)
[6] http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/diagnostik.php (zuletzt besucht am 20.09.11)
[7] Patientenleitlinie der Deutschen Krebsgesellschafte e. V., Brustkrebs - Die Ersterkrankung und DCIS - Eine Leitlinie für Patientinnen, 2009
[8] Patientenleitlinie der Deutschen Krebsgesellschafte e. V., Brustkrebs II - die Fortgeschrittene Erkrankung, Rezidiv und Metastasierung, Version 1,2, August 2011
[9] Die blauen Ratgeber Nr. 40, Wegweiser zu Sozialleistungen. Patientenbroschüre der Deutschen Krebshilfe, Stand 3, 2011
Erstellt: 30.09.2008
Aktualisiert: 19.09.11
Autor: Kathrin Sommer, aktualisiert von Cornelia Dietz