Tamoxifen gilt als Standard bei der Antihormontherapie von hormonempfindlichem Brustkrebs im Frühstadium. Doch nach Beendigung dieser Behandlung steigt die Gefahr eines Rückfalls enorm an. Studienergebnisse zeigen, dass dann der Einsatz eines Aromatasehemmers erfolgreich sein kann.
An der Studie nahmen mehr als 5.000 Patientinnen mit hormonempfindlichem Brustkrebs im Frühstadium teil. Nach einer fünfjährigen Behandlungszeit mit dem Antiöstrogen Tamoxifen wurden sie entweder mit einem Aromatasehemmer weiterbehandelt oder erhielten ein Scheinmedikament (Placebo). Die Behandlung mit dem Aromatasehemmer zahlte sich aus: In einem Beobachtungszeitraum von etwa 64 Monaten traten dadurch deutlich weniger Rückfälle in der ursprünglich erkrankten Brust auf, ebenso weniger Tochtergeschwülste in anderen Organen und weniger Fälle von Brustkrebs der Gegenseite.
Außerhalb von klinischen Studien wird Tamoxifen derzeit nicht länger als fünf Jahre verabreicht, da bislang keine Vorteile einer längeren Behandlungsdauer nachgewiesen werden konnten. Nach dem Absetzen des Medikamentes steigt das Risiko für ein erneutes Auftreten der Krankheit an. Mehr als die Hälfte aller Rückfälle treten nach Beendigung der Therapie auf. Es bestehe deshalb, so die Autoren der aktuellen Studie, der dringende Bedarf, für diese Phase neue Behandlungsoptionen zu finden.
Der Einsatz eines Aromatasehemmers nach fünfjähriger Tamoxifenbehandlung sei für alle Brustkrebspatientinnen mit hormonempfindlichen Tumoren zu empfehlen, urteilen die Studienautoren. Tamoxifen und Aromatasehemmer unterscheiden sich in ihrem Wirkmechanismus. Während Tamoxifen die Wirkung von Östrogenen in der Brust unterbindet, verhindert der Aromatasehemmer durch Hemmung eines bestimmten Enzyms die Umwandlung der Vorstufen von Östrogen in das aktive Hormon.