Verschiedene Krebsarten breiten sich auf unterschiedlichem Weg aus und bevorzugen dabei bestimmte Organe. Bei Brustkrebs sind dies vor allem die Knochen, die Lunge und die Leber.
Prinzipiell kann Brustkrebs in jedes Organ streuen, aber seine Tochtergeschwülste (Metastasen) siedeln sich in einigen Organen häufiger an als in anderen. Obwohl sich die Forschung intensiv mit den Gründen hierfür befasst, sind diese bisher nicht vollständig geklärt.
Auf die Frage, wohin Tumoren streuen, hat die Wissenschaft jetzt erste Antworten. Demzufolge entstehen Metastasen nicht einfach dort, wo die Krebszellen zufällig hin geschwemmt werden. Vielmehr wandern Krebszellen in bestimmte Organe, weil sie Rezeptoren („Antennen“) für Substanzen besitzen, die in diesen Organen vorhanden sind. Es handelt sich bei diesen Stoffen z. B. um so genannte Neurotransmitter – eigentlich Botenstoffe des Nervensystems – die die Krebszellen anlocken.
Krebszellen können sich im Körper auf verschiedenen Wegen ausbreiten (metastasieren). Brustkrebs metastasiert in der Regel über den Blutweg (hämatogen) oder über das Lymphsystem (lymphogen). Krebszellen, die sich über das Lymphsystem ausbreiten, bilden vor allem in den Lymphknoten Metastasen, die sich in der näheren Umgebung des Tumors befinden.
Auf dem Blutweg können Krebszellen sich im ganzen Körper verteilen und auch weit vom Primärtumor entfernt Metastasen bilden. Man spricht deshalb auch von Fernmetastasen. Hämatogene Metastasen bei Brustkrebs finden sich vorwiegend in Skelett, Lunge, Gehirn, aber auch in der Leber.

Abb.: Hämatogene Metastasierung von Brustkrebs: Fernmetastasen treten häufig in Knochen (50 %), Lunge (15-20 %), Leber (10 %) auf.
Kommt es zu einer Metastasierung, werden in bis zu 75 % aller Fälle Absiedlungen im Knochen nachgewiesen. Knochenmetastasen sind damit die häufigste Form von Metastasen beim fortgeschrittenen Brustkrebs und machen sich vor allem durch Schmerzen bemerkbar. Die Diagnose Knochenmetastasen kann mit Hilfe der Knochenszintigrafie, einer Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) gestellt werden.
Metastasen in der Lunge verursachen meist Symptome wie Kurzatmigkeit, chronischen Husten und rasche Ermüdung. Allerdings fallen die Symptome oft spät auf, denn der Tumor muss sehr viel Lungengewebe angegriffen haben, bevor Beeinträchtigungen der Lungenfunktion auftreten. Die Diagnose wird anhand von Röntgenaufnahmen gestellt. Genauere Informationen über die Lage und die Ausbreitung der Metastase können mittels Dünnschicht-Spiral-Computertomographie oder Spiegelung der Atemwege (Bronchoskopie) erhoben werden.
Auch Metastasen in der Leber machen oft erst spät Beschwerden, nämlich dann, wenn der Tumor zunehmend Raum beansprucht und gesundes, funktionstüchtiges Lebergewebe zerstört. Zu den Symptomen zählen Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Störungen im Magen-Darm-Bereich oder Fieber. Funktionsstörungen der Leber sind in der Regel mittels Blutuntersuchung nachweisbar. Die eigentliche Diagnose des Tumors erfolgt dann mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT).
Herz, Nieren und Milz sind selten von Metastasen betroffen, obwohl gerade diese Organe besonders gut durchblutet sind. Eine sichere Erklärung hierfür steht noch aus. Auch in Organen wie Bauchspeicheldrüse, Magen, Darm, Schilddrüse, Thymus und Nebenniere werden eher selten Metastasen festgestellt. [1]