Brustkrebs ist eine heimtückische Krankheit mit erschreckend hohen Fallzahlen und hoher Rückfallquote. Statistisch gesehen trifft es etwa jede zehnte Frau irgendwann einmal im Leben. Eine erschreckende Diagnose zweifelsohne, doch dank moderner Therapien kann immer mehr Frauen ein Überleben ermöglicht werden.
Rund 48.000 neue Fälle von Brustkrebs werden jährlich in Deutschland gemeldet. Und 48.000 Mal beginnt der Kampf um Leben und Tod, besteht der eiserne Wille: „Ich will überleben!" Tatsächlich stehen die Chancen dafür gar nicht so schlecht. Experten zufolge liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei 83% und immerhin 72% der betroffenen Frauen überleben die nächsten zehn Jahre. Zu verdanken ist dies vor allem den neuen Möglichkeiten der Früherkennung, z.B. der modernen Mammografievorsorge, die jede Frau ab 50 Jahren nutzen kann. Dadurch werden immer mehr Tumoren im Frühstadium entdeckt, was die Heilungschancen gewaltig erhöht. Auch die ständige Verbesserung der therapeutischen Möglichkeiten führt dazu, dass sich Brustkrebs besser als je zuvor in den Griff bekommen lässt.
Hohe Rückfallquoten bei Brustkrebs ein Problem
Trotzdem geht die Angst um. Denn auch wenn der Krebs nach erfolgter Operation und/oder Strahlen- oder Chemotherapie zunächst geheilt scheint, sind doch die Rückfallquoten nach wie vor hoch. Besonders gefürchtet sind sogenannte Fernmetastasen, Tumorzellen die in andere, teils weit entfernte Organe und Gewebe streuen und hier erneut zu einer Krebsgeschwulst führen. Ein erhöhtes Risiko dafür haben Frauen, bei denen vor der Brust-OP eine Chemotherapie stattgefunden hat oder die an einem sehr großen Tumor mit Lymphknotenbefall oder an Tumoren mit hormonempfindlichen Tumorzellen litten.
Entstehung von Fernmetastasen verhindern!
Treten Fernmetastasen auf, sinken die Überlebenschancen drastisch. Nur jede vierte betroffene Frau überlebt einen längeren Zeitraum als fünf Jahre. Deshalb verfolgt die moderne Brustkrebstherapie heute zwei Wege. Neben der vollständigen Entfernung des Brusttumors ist es genauso oberstes Ziel, einer Streuung von Krebszellen möglichst frühzeitig entgegenzuwirken.Dies gelingt häufig durch den Einsatz moderner Hormontherapie, die zusätzlich zu den bekannten Standardtherapien wie Brust-OP, Chemo- und Strahlenbehandlung angewendet wird. Denn Untersuchungen haben ergeben, dass insbesondere das weibliche Hormon Östrogen bei vielen Brustkrebserkrankungen einen Einfluss hat.
Der Laborbefund ist wichtig
Jede Brustkrebstherapie setzt aber immer eine eingehende Untersuchung des Tumorgewebes im Labor voraus. Anhand der Ergebnisse können die Mediziner auf die vorliegende Krebsart schließen. So lässt sich bereits im Vorfeld der Behandlung feststellen, ob und auf welches Medikament der Tumor reagiert. Hier sollten Frauen nichts überstürzten und zur Sicherheit ruhig noch eine zweite Meinung einholen, sagte Dr. Bauerfeind, leitender Oberarzt der Frauenklinik des Klinikums Großhadern, gegenüber der Münchner „tz".
Verschiedene Therapieoptionen
Ist eine Hormontherapie angezeigt, gibt es zwei Wege: Entweder erhalten die Frauen nach Operation und Chemotherapie oder Bestrahlung den Arzneistoff Tamoxifen, der das körpereigene Östrogen blockiert. Als sehr erfolgreich hat sich in den letzten Jahren aber auch der Einsatz sogenannter Aromatasehemmer erwiesen, die die Bildung von Östrogen ganz verhindern. Sie werden in der Regel nach den Wechseljahren verschrieben. Derzeit wird daran geforscht, ob ein früherer Einsatz von Aromatasehemmern zu noch besseren Behandlungsergebnissen führt. Vieles spricht jetzt bereits dafür. Daneben werden verschiedene, ganz neue Antiköper getestet, deren Wirkung sich gegen jeweils unterschiedliche Krebsarten richtet. So bietet beispielsweise die Frauenklinik in Großhadern Frauen mit Brustkrebs die Teilnahme an klinischen Studien mit diesen neuen, sehr spezifisch wirkenden Medikamenten an.