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Knochenmetastasen – das Gleichgewicht wieder herstellen

25.05.2010

Durch Knochenmetastasen wird das natürliche Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und -abbau gestört. Dies führt neben einer Störung des Mineralstoffhaushaltes und Schmerzen zu einer erhöhten Bruchgefahr. Doch gegen die Folgen von Knochenmetastasen können präventiv Bisphosphonate eingesetzt werden.

Knochenmetastasen – das Gleichgewicht wieder herstellenKnochen sind viel mehr als nur das Stützskelett des Körpers. Sie prägen die Gestalt eines Menschen, dienen der Beweglichkeit, schützen innere Organe und sind an der Regelung des Mineralstoffhaushaltes beteiligt. Wirken Knochen auf den ersten Blick wie starre Strukturen, so erkennt man bei näherem Hinsehen ein durchaus aktives Gewebe, in dem ein ständiger Auf- und Abbau stattfindet. Dies sorgt beispielsweise in der Jugend für Wachstum, ermöglicht die Heilung von Knochenbrüchen und sorgt lebenslang für Anpassung an wechselnde Beanspruchungen des Knochens.

 

Zwei Arten von Zellen erhalten den gesunden Knochen

An den Auf-und Abbauvorgängen im Knochen sind zwei Typen von Knochenzellen beteiligt. Ihre Namen leiten sich von dem griechischen Wort osteo für Knochen ab. Die Osteoblasten bauen Knochen auf und sorgen für den Einbau von Kalzium. Die Osteoklasten bauen ihn ab und können Kalzium aus dem Knochen freisetzen. Beide Zelltypen spielen deshalb eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des Mineralstoffhaushaltes im Körper.

 

Knochenmetastasen stören das Gleichgewicht

Die Knochenmetastasen in fortgeschrittenen Stadien einer Krebserkrankung stören die natürlichen Umbauvorgänge im Knochen erheblich. Je nachdem, ob die Tumorzellen die aufbauenden Osteoblasten oder die abbauenden Osteoklasten beeinflussen, werden zwei Typen von Knochenmetastasen unterschieden:

  • Osteoblastische (knochenbildende) Knochenmetastasen
    Es entsteht zu viel Knochensubstanz. Das Ergebnis sind Wucherungen, die aber die Belastbarkeit der Knochen erniedrigen, weil das neu gebildete Knochenmaterial minderwertig ist.
  • Osteolytische (knochenauflösende) Knochenmetastasen
    Massiver Knochenabbau setzt vermehrt Kalzium frei und kann den Organismus regelrecht damit überschwemmen (Hyperkalzämie). Der geschwächte Knochen wird instabil und es besteht ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche.

Welche Form der Knochenmetastase vorliegt, hängt dabei von der zugrunde liegenden Tumorart ab. Während z. B. das Nierenzellkarzinom meist osteolytische Metastasen bildet, führt z. B. das Prostatakarzinom vorwiegend zu osteoblastischen Knochenmetastasen. Beim Mammakarzinom können sowohl osteolytische als auch osteoblastische und sogar gemischte Knochenmetastasen auftreten.

 

Knochenmetastasen können effektiv behandelt werden

Knochenmetastasen können dank moderner Therapieverfahren und Medikamente in vielen Fällen wirkungsvoll behandelt werden. Grundsätzlich werden hierbei zwei Ziele verfolgt:

  • Örtliche Krankheitskontrolle durch Stabilisierung des Knochens und gezielte Schmerztherapie. Dazu gehören beispielsweise Operation und Strahlentherapie.
  • Systemische Krankheitskontrolle durch den Einsatz von Medikamenten, die eine Ausdehnung der Erkrankung auf andere Knochen oder innere Organe bremsen und den gestörten Mineralstoffhaushalt regulieren sollen.

Medikamente aus der Gruppe der Bisphosphonate haben sich als Standardtherapie zur Vorbeugung der Folgen von Knochenmetastasen etabliert. Bisphosphonate stabilisieren die Knochen, wirken gegen Knochenschmerzen und senken den Kalziumspiegel im Blut durch vermehrten Kalziumeinbau in den Knochen. Beachtenswert ist jedoch, dass insbesondere bei den osteoblastischen Metastasen nicht jedes Bisphosphonat vor den Folgen der Knochenmetastasierung wie z. B. Knochenbrüchen schützt.

 

Die Einnahme von Vitamin D und Kalzium wird empfohlen

Der Mineralstoffhaushalt gerät bei Knochenmetastasen durch die beschriebenen Umbauvorgänge und die begleitende Bisphosphonat-Therapie aus dem Gleichgewicht. Deshalb ist es eine berechtigte Frage, ob eine besondere Ernährung, z. B. kalziumreiche Nahrungsmittel, den Therapieerfolg unterstützen kann. Allein über die Nahrungsaufnahme lässt sich ein erhöhter Kalziumbedarf jedoch nicht ausgleichen. Generell wird bei einer Bisphosphonat-Therapie daher eine begleitende Einnahme von Vitamin D und Kalzium empfohlen.

Bei osteoblastischen Metastasen erklärt sich diese Empfehlung dadurch, dass dem Blut für den krankhaften Knochenaufbau zu viel Kalzium entzogen wird und deshalb ein erhöhter Bedarf besteht.

Für osteolytische Metastasen erscheint es jedoch zunächst widersinnig, zusätzliches Kalzium einzunehmen, da durch den übermäßigen Knochenabbau bereits viel Kalzium freigesetzt wird. Da Bisphosphonate jedoch einerseits den Knochenabbau hemmen und andererseits Kalzium im Blut "abfangen", fördert zusätzlich eingenommenes Kalzium auch in diesem Fall die Stabilität des neu aufgebauten Knochens.

Am Tag der Bisphosphonat-Infusion ist es außerdem wichtig, viel zu trinken. Darüber hinaus ist es ausreichend, allgemeine Empfehlungen für eine gesunde Ernährung zu beachten.

Quelle: Patientenbroschüre "Knochenstark", Kretschmer: Gesunde Ernährung bei Krebs, Krebsgesellschaft.de, Knochenschutzgebiet.de, Gesundheitslexikon.de, Krebsinformationsdienst.de, medac.de
Stand: 14.04.2010
Autor: Michaela Spaeth-Dierl

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