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Wechsel des Medikaments kann Gelenkschmerzen unter Aromatasehemmern lindern

27.04.2010

Gelenk- und Muskelschmerzen unter Aromatasehemmern führen häufig zum Behandlungsabbruch. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Ausprägung der Beschwerden vom Wirkstoff des verordneten Medikaments abhängt.

Wechsel des Medikaments kann Gelenkschmerzen unter Aromatasehemmern lindernPostmenopausale Patientinnen mit Mammakarzinom und positivem Hormonrezeptorstatus erhalten im Anschluss an die operative Therapie eine mehrjährige adjuvante Therapie mit Aromatasehemmern. Dies entspricht dem derzeitigen Therapiestandard. Eine bekannte und nicht seltene Nebenwirkung dieser Wirkstoffklasse ist das Auftreten von Gelenk- oder Muskelschmerzen. Bei bis zu 40 % der Patientinnen, die mit Aromatasehemmern behandelt werden, kommt es innerhalb eines halben Jahres nach Beginn der Behandlung zu den Beschwerden. In 10-20 % der Fälle beeinträchtigen diese Beschwerden die Patientinnen so stark in ihrer Lebensqualität, dass sie die Therapie abbrechen und die gefährlichen Konsequenzen dieser Entscheidung in Kauf nehmen.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass nicht alle Medikamente, die zur Gruppe der Aromatasehemmer zählen, gleiche Nebenwirkungen bei den Patientinnen hervorrufen. Je nach zugrunde liegendem Wirkstoff waren auch die Gelenk-oder Muskelschmerzen unterschiedlich stark ausgeprägt.


REAL-Studie: Schmerzen nach Wechsel des Präparats wesentlich seltener

In der REAL-Studie wurden über einen Zeitraum von 24 Wochen 261 Frauen mit Mammakarzinom untersucht. In die Studie eingeschlossen werden konnten postmenopausale Patientinnen mit positiven Hormonrezeptorstatus, die eine Therapie mit Aromatasehemmern abgebrochen hatten. Der Grund dafür waren Gelenk- und/oder Muskelschmerzen zweiten bis dritten Grades (auf einer Skala von 1 bis 4) mit subjektiver Einschränkung der Lebensqualität. Die Studienteilnehmerinnen wurden auf eine Behandlung mit einem anderen Aromatasehemmer als dem zuvor eingenommenen umgestellt. Ausschlusskriterien für die Studie waren:

  • das Vorliegen von Metastasen oder eines Rezidivs
  • die Einnahme von Schmerzmitteln aus jeglichem Grund oder
  • eine frühere Hormontherapie mit einem anderen Wirkstoff als dem vor der Studie eingenommenen.

Ziel der Studie war es, in einem Abstand von 6, 12 und 24 Wochen nach Therapiebeginn mit dem Studienpräparat zu überprüfen, ob und in welchem Ausmaß Gelenk- oder Muskelschmerzen auftraten.

Die Studie zeigt, dass im Vergleich zu einer Therapie mit dem ursprünglichen Aromatasehemmer unter einer Behandlung mit dem Studienmedikament wesentlich seltener Gelenk- oder Muskelschmerzen auftraten. Die Lebensqualität der Patientinnen konnte im Vergleich zur Ausgangssituation verbessert werden. Insgesamt kam es nur in 9,6 % der Fälle zu einem Abbruch der Therapie aufgrund von Gelenk- oder Muskelschmerzen.

Ein halbes Jahr nach Beendigung der Studie, nahmen 87 % der Teilnehmerinnen weiterhin den in der Studie verabreichten Aromatasehemmer ein. All diese Patientinnen hatten zuvor die Behandlung mit Aromatasehemmern aufgrund der starken Beschwerden unter der ursprünglichen Medikation abgebrochen. Durch den Wechsel des Medikaments konnten sie weiterhin von den Vorteilen einer Therapie mit Aromatasehemmern profitieren.


Sprechen Sie mit Ihrem Arzt

Sollten Sie unter ähnlichen Beschwerden leiden, sprechen Sie ihren Hausarzt oder Onkologen darauf an und fragen Sie gezielt nach einer Behandlungsalternative.

Quelle: Poster REAL trial: Yardley et al., präsentiert am San Antonio Breast Cancer Symposium, San Antonio, USA, 2009
Stand: 08.03.2010
Autor: Michaela Spaeth-Dierl

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