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Hyperkalzämie beim Mammakarzinom

17.06.2010

Eine tumorbedingte Hyperkalzämie kann schwerwiegende Folgen haben. Dass sie inzwischen nur noch extrem selten auftritt, ist vor allem auf den konsequenten Einsatz von Bisphosphonaten zurückzuführen.

Hyperkalzämie beim MammakarzinomHyperkalzämie heißt übersetzt: zu viel Kalzium im Blut. Von einer Hyperkalzämie spricht der Arzt dann, wenn die Kalziumwerte über 2,6 mmol/l ansteigen. Die Hyperkalzämie gehört zu den Stoffwechselkomplikationen, die u.a. im Rahmen einer Tumorerkrankung auftreten können. Oft entsteht sie dann, wenn es aufgrund von Knochenmetastasen zu einem übermäßigen Knochenabbau kommt und dadurch vermehrt Kalzium freigesetzt wird. Denn 99 % des Gesamtkörperkalziums befinden sich im Knochen.

Eine Hyperkalzämie lässt allerdings nicht zwangsläufig darauf schließen, dass Metastasen vorhanden sind oder sich ausgebreitet haben. Auch der Tumor selbst kann einen Anstieg des Kalziumspiegels bewirken indem er die Ausscheidung von Kalzium über die Niere drosselt.

Weiterhin kann eine Hyperkalzämie abgesehen von Tumorerkrankungen auch bei anderen Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Störungen der Schilddrüsenfunktion vorkommen.

 

Symptome einer Hyperkalzämie

Das Beschwerdebild bei einer Hyperkalzämie hängt davon ab, wie viel Kalzium im Blut vorhanden ist. Eine leichte Hyperkalzämie macht meist keine Beschwerden und wird oft als Zufallsbefund bei einer Routineuntersuchung entdeckt. Eine schwere Hyperkalzämie kann hingegen zu einer hyperkalzämischen Krise führen, die mit lebensbedrohlichen Symptomen wie akutem Nierenversagen, Herzrhythmusstörungen oder Koma einhergeht. Um dies zu vermeiden, ist es von größter Bedeutung, eine Hyperkalzämie frühzeitig zu erkennen und wirkungsvoll zu behandeln.

Die Gesamtheit der Symptome, die sich bei einer Hyperkalzämie entwickeln können, bezeichnet man als Hyperkalzämiesyndrom. Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht der häufigsten Beschwerden:

Magen-Darm-Trakt
Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung, Bauchschmerzen, Magengeschwüre, Entzündung der Bauchspeicheldrüse
Niere, Wasserhaushalt
Häufiges Wasserlassen, starker Durst mit erhöhter Flüssigkeitsaufnahme, nächtliches Wasserlassen, Austrocknung (Exsikkose)
Herz Rhythmusstörungen, messbare Veränderungen der Herzströme
Nervensystem
und Muskeln
Müdigkeit, Leistungsschwäche, Muskelschwäche, Depressionen, Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung bis hin zum Koma

 

Behandlung der Knochenmetastasen- bedingten Hyperkalzämie

Eine milde Hyperkalzämie bedarf in der Regel keiner Therapie. Schwere Verläufe müssen jedoch frühzeitig mit folgenden Zielen behandelt werden:

  • Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes bei Austrocknung durch Infusionen
  • Steigerung der Kalziumausscheidung durch Medikamente, die die Urinmenge erhöhen und die Ausscheidung von Kalzium über die Niere fördern
  • Hemmung der Kalziumfreisetzung aus dem Knochen durch Bisphosphonate (z.T. in Kombination mit Kalzitonin)
  • Hemmung der Aufnahme von Kalzium aus dem Darm durch Glukokortikoide (Cortison)


Bisphosphonate sind die Therapie der ersten Wahl

Die Behandlung einer Hyperkalzämie mit Bisphosphonaten entspricht dem derzeitigen Goldstandard. Sie können rasch und effektiv die Kalziumfreisetzung aus dem Knochen drosseln, indem sie die Funktion knochenabbauender Zellen (Osteoklasten) hemmen. Andere Substanzen kommen aufgrund der hohen Wirksamkeit der Bisphosphonate nur noch selten zum Einsatz.

Besonders gute Wirksamkeit zeigen so genannte Aminobisphosphonate, die gegenüber anderen Präparaten schneller und langfristiger wirken. Sie führen innerhalb von 4-7 Tagen zur Normalisierung der Kalziumwerte und wirken über einen Zeitraum von 2-4 Wochen. Aufgrund der guten Wirksamkeit der Bisphosphonate und deren konsequenten Einsatz sind Komplikationen durch eine Hyperkalzämie heute extrem selten geworden.

 

Fragen Sie gezielt nach

Wenn Sie Beschwerden haben, die auf eine Hyperkalzämie hindeuten könnten, oder wenn Sie mehr Informationen zu diesem Thema wünschen, sprechen Sie Ihren behandelnden Arzt darauf an.

Quelle: medac.de, krebsgesellschaft.de, onkodin.de, akh-consilium.at, medizininfo.de
Stand: 15.05.2010
Autor: Michaela Spaeth-Dierl

Dies ist ein Service von Novartis Oncology
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