• Schriftgröße

Eine Kiefernekrose unter Bisphosphonattherapie lässt sich meistens verhindern

12.04.2010

In sehr seltenen Fällen kann es unter einer Bisphosphonattherapie zu einer Kiefernekrose kommen. Kennt man die Zusatzfaktoren, die hierbei eine Rolle spielen, lässt sich dies jedoch meist verhindern.

KiefernekroseBei der Therapie des fortgeschrittenen Mammakarzinoms mit Knochenmetastasen kommen Bisphosphonate zum Einsatz. Bisphosphonate können den Knochenabbau verlangsamen und Knochenschmerzen lindern.

Eine sehr seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkung, die unter einer Bisphosphonattherapie beobachtet werden kann, ist die Kiefernekrose, eigentlich Kieferosteonekrose (aus dem Griechischen: osteo = Knochen, nekrosis = Absterben). Hierbei handelt es sich um eine Zerstörung des Kieferknochens mit Verlust des darüber liegenden Zahnfleisches.

Zu einer Nekrose kommt es meist dann, wenn ein Gewebe nicht ausreichend mir Blut versorgt wird. Im Fall der Bisphosphonattherapie ist die Auswirkung auf das Knochengewebe des Kiefers noch nicht hinreichend geklärt. Es wird vermutet, dass die Bisphosphonate einen Einfluss auf den Stoffwechsel und die Durchblutung des Kieferknochens haben. Eine noch entscheidendere Rolle scheinen jedoch Begleitumstände zu spielen, die Patient und behandelnde Ärzte berücksichtigen sollten. Oft genügen einfache Maßnahmen, um das Risiko für die Entstehung einer Kiefernekrose zu minimieren.

 

Faktoren, die die Entstehung einer Kiefernekrose unter Bisphosphonattherapie begünstigen können:

  • Mangelnde Mundhygiene
  • Operationen oder Verletzungen im Kieferbereich, schlecht angepasste Zahnprothesen
  • Entzündungen im Mundraum, wie z. B. Parodontose
  • Gleichzeitige Strahlentherapie von Kopf und Hals
  • Gleichzeitige Chemo- oder Kortisontherapie
  • Durchblutungsstörungen, durch z. B. Erkrankungen des Gerinnungs- oder Blutgefäßsystems oder durch Medikamente, die die Durchblutung verringern
  • Übermäßiger Alkoholgenuss, Rauchen
  • Schlechter Ernährungszustand


Das können Sie selber tun, um Ihr Risiko für die Entstehung einer Kiefernekrose zu verringern:

  • Achten Sie auf Ihre Mundhygiene (nach jeder Mahlzeit Zähne putzen, Zahnseide und desinfizierendes Mundwasser benutzen).
  • Lassen Sie möglichst vor Beginn einer Bisphosphonattherapie eine gründliche zahnärztliche Untersuchung durchführen und gegebenenfalls Erkrankungen der Zähne oder des Zahnfleisches behandeln.
  • Gehen Sie unter einer Bisphosphonattherapie alle 6 Monate zur zahnärztlichen Kontrolle.
  • Informieren Sie Ihren Zahnarzt vor geplanten Eingriffen über zusätzliche Therapien und Medikamente, die Sie einnehmen (Broschüre "Information für den Zahnarzt").
  • Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.
  • Verzichten Sie möglichst auf das Rauchen und übermäßigen Alkoholgenuss.
  • Achten Sie sorgfältig auf Veränderungen in Ihrer Mundhöhle (Entzündungen, Druckstellen, Verletzungen, strenger Mundgeruch oder freiliegende Knochen) und suchen Sie umgehend Ihren Zahnarzt auf, wenn Sie Auffälligkeiten bemerken oder unsicher sind.

Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt oder Onkologen

Wenn eine Operation an Zähnen oder Kiefer unumgänglich ist, kann in Abstimmung mit dem behandelnden Onkologen eine Pause in der Bisphosphonattherapie in Erwägung gezogen werden. Vor und nach einem solchen Eingriff hat sich die Gabe von Antibiotika mit breitem Wirkspektrum bewährt.

Sollten Sie trotz aller Vorsicht an einer Kiefernekrose erkranken, bitten Sie Ihren Zahnarzt oder Onkologen, Sie bei der Suche nach einem mit der Behandlung dieser Erkrankung erfahrenen Kieferchirurgen zu unterstützen.

Quelle: Ursula Goldmann-Posch, Rita Rosa Martin: Überlebensbuch Brustkrebs, www.leben-mit-prostatakrebs.de, Patientenbroschüre: Informationen für den Zahnarzt, Krebskompass online
Stand: 10.02.2010
Autor: Michaela Spaeth-Dierl

Dies ist ein Service von Novartis Oncology
Selbstuntersuchung
Selbstuntersuchung
Abtasten der Brust zur Selbstuntersuchung
Einmal im Monat sollte jede Frau ihre Brüste in Ruhe abtasten.
Anleitung zur Brustuntersuchung
Sie befinden sich hier: