Für die Wirkung und den Erfolg der Therapie bei Mammakarzinom ist es von größter Bedeutung, dass diese konsequent durchgeführt wird. Um eine möglichst hohe Therapietreue zu erreichen, ist vor allem eine gute Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patientin wichtig.
Die Bereitschaft der Patientin mit ihrem behandelnden Arzt zusammenzuarbeiten und dessen Anweisungen bezüglich der Therapie zu befolgen, bezeichnet man als Therapietreue oder "Compliance". Eine hohe Therapietreue ist von entscheidender Bedeutung für den Behandlungserfolg. Doch nicht immer fällt es leicht, die Therapie einzuhalten.
Postmenopausale Patientinnen mit Mammakarzinom müssen sich nach der lokalen Behandlung des Tumors oft einer mehrjährigen Hormontherapie unterziehen. Dies ist notwendig, um ein Wiederauftreten des Brustkrebses möglichst zu vermeiden. Laut einer Pilotstudie (Hadji et al., 2007) an der Universität Marburg brechen viele Patientinnen, die eine Antihormontherapie erhalten, bereits im ersten Jahr ihre Behandlung ab. Deutsche Apothekendaten zeigen genauer, dass nach drei Monaten nur noch zwei Drittel der Folgerezepte eingelöst werden. Nach 18 Monaten sind es nur noch 50 Prozent.
Der Abbruch der Therapie kann jedoch drastische Folgen für das Wohl der Patientin haben. Die Wahrscheinlichkeit für ein Rezidiv kann zunehmen und damit die Heilungschancen und die Überlebenszeit verringern.
Eine entscheidende Voraussetzung für Therapietreue ist die Therapieakzeptanz durch die Patientin. Dazu ist ein umfassendes Aufklärungsgespräch durch den Arzt Voraussetzung. Die Therapieentscheidung sollte gemeinschaftlich und auf Basis ausreichender Informationen getroffen werden. Zweifel oder Vorbehalte auszuräumen, ist sowohl zu Beginn als auch während der Therapie wichtig. Sowohl Arzt als auch Patientin müssen überzeugt davon sein, dass die Patientin in ihrem individuellen Fall die beste Therapie erhält.
„Patientinnen, die nicht ausreichend informiert sind, neigen leider dazu, bei auftretenden Problemen Tabletten einfach wegzulassen oder die Therapie überhaupt abzubrechen", sagt Renate Haidinger, Vorsitzende von Brustkrebs Deutschland e.V. und Brustkrebs-muenchen e.V. Scheuen Sie sich daher nie, bei Ihrem Arzt nachzufragen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben oder etwas unklar geblieben ist. Die nachfolgende Checkliste liefert Ihnen Anhaltspunkte, welche Fragen für Sie relevant sein könnten.
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Vergessen Sie nie, dass es um Sie, Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden geht. Fordern Sie Informationen und Unterstützung bei ihrem Arzt ein und wenden Sie sich z. B. an Beratungsstellen oder Ihre Krankenkasse.
Tragen Sie aktiv dazu bei, Unsicherheiten auszuräumen, damit Sie motiviert sind, Ihre Therapie konsequent einzuhalten und damit Ihre Heilungschancen zu erhöhen.
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