Wie effektiv eine Mammographie ist, hängt auch von der Interpretationsfähigkeiten des Radiologen ab. Sie sollte daher bei Spezialisten gemacht werden.
Eine Mammographie ist heutzutage ein wichtiger Bestandteil der Krebsvorsorge bei Frauen. Doch die richtige Interpretation des in der Mammographie gemachten Bildes hängt auch von den Fähigkeiten des beurteilenden Radiologen ab. Dies zeigten neue Studien aus den USA.
"Wenn Frauen eine Mammographie machen lassen, möchten sie wissen, ob sie an Brustkrebs leiden, oder nicht", erklärte Dr. Diana Miglioretti von Zentrum für Gesundheitsstudien in Seattle, USA. "Die richtige Diagnosestellung ist besonders für Frauen wichtig, bei denen bereits ein Knoten ertastet wurde. Die Interpretationsfähigkeit der Radiologen sollte daher überall konstant gut sein."
Dr. Miglioretti und ihr Forschungsteam analysierten das Können von 123 Radiologen, die insgesamt 36.000 Mammographie-Bilder zwischen 1996 und 2003 in Hinblick auf einen verdächtigen Knoten in der Brust interpretierten. Die Forscher stellten dabei fest, dass die richtige Beurteilung der Bilder zwischen 27% und 100% schwankte. Falsch-positive Diagnosen wurden, je nach Radiologen, in 0-16% der Fälle gestellt. Radiologen, die in speziellen akademischen Zentren arbeiteten und mindestens 20% ihrer Arbeitszeit mit der Interpretation von Brust-Bildern verbrachten, konnten am ehesten die richtige Diagnose geben.
Das Team empfiehlt älteren Frauen, die eine Mammographie im Rahmen einer Vorsorge erhalten, dies in einem großen Zentrum bzw. beim Spezialisten zu machen. Dr. Miglioretti fügte hinzu: „Mammographien sind vielleicht nicht unfehlbar, aber der beste Weg, um Brustkrebs früh zu entdecken und so die Chance einer Heilung deutlich zu erhöhen."