Wird Brustkrebs rechtzeitig entdeckt, ist oft noch eine Heilung möglich. Bei der Früherkennung von Brustkrebs spielt die Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie) eine entscheidende Rolle. Die Kosten für das Mammographie-Screening übernimmt die Krankenkasse.
Wird Brustkrebs in einem frühen Stadium erkannt, bestehen oft sehr gute Heilungschancen oder es ist eine schonendere Therapie möglich. Deshalb ko
mmt der Früherkennung von Brustkrebs eine bedeutende Rolle bei der Bekämpfung der Erkrankung zu. Neben der regelmäßigen Selbstuntersuchung der Brust und der regelmäßigen Krebsvorsorge- untersuchung beim Frauenarzt ist in den letzten Jahren vor allem für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren das Mammographie-Screening in den Vordergrund getreten.
Foto: Kooperationsgemeinschaft Mammographie
Die Mammographie-Untersuchung der Brust wird im Rahmen eines so genannten Screening-Programms angeboten Der Begriff Screening bezeichnet hier ein systematisches Testverfahren, mit dem eine große Anzahl von Frauen auf das Vorliegen von Brustkrebs untersucht wird, ohne dass hierfür ein Verdacht besteht.
Ein festgelegtes Programm gibt Standards vor, nach denen das Screening durchgeführt wird, und sichert somit die Qualität der Untersuchung. Das Programm beinhaltet u. a. folgende Punkte:
Im April 2005 starteten in Deutschland die ersten von mittlerweile 94 Screening-Einheiten. Bundesweit werden seitdem etwa 10 Millionen Frauen alle zwei Jahre schriftlich zur Teilnahme an der Früherkennung eingeladen.
Das Angebot, am Mammographie-Screening teilzunehmen, richtet sich an alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Für Frauen dieses Alters ist das Verhältnis zwischen Vor- und Nachteilen der Untersuchung (siehe unten) am ausgewogensten. Bei jüngeren Frauen ist das Brustgewebe dichter, so dass mit der Mammographie ein Tumor schlechter erkannt werden könnte, außerdem ist Brustkrebs in jungen Jahren seltener.
Wenn Sie zwischen 50 und 69 Jahre alt sind, erhalten Sie automatisch alle zwei Jahre eine Einladung zu einer Mammographie-Untersuchung. Die Einladung wird von der so genannten Zentralen Stelle versendet, die Ihre Daten vom zuständigen Einwohnermeldeamt erhält.
Die Untersuchung findet in der Screening-Einheit statt, in einem Gebäude in Ihrer Gegend oder in einem speziell ausgestatteten Fahrzeug, dem Mammobil, das festgelegte Standorte regelmäßig anfährt. Die Screening-Einheit entspricht einer Röntgenpraxis, in der nur Mammographien aufgenommen werden.
Bei der Mammographie macht eine speziell geschulte Röntgenfachkraft je zwei Aufnahmen von jeder Brust. Bei der Untersuchung wird die Brust zwischen zwei Platten flach zusammengedrückt. Je flacher die Brust dabei ist, desto aussagekräftiger wird die Aufnahme. Von manchen Frauen wird das Flachdrücken als unangenehm empfunden.
Nach ungefähr einer Woche erhalten Sie das Ergebnis der Untersuchung per Post. Sollten die Ärzte bei der Begutachtung Ihrer Mammographie-Aufnahmen einen auffälligen Befund entdecken, werden Sie erneut eingeladen, um diesen Befund abzuklären. Es werden dann weitere gezielte Untersuchungen durchgeführt. Lässt sich auch mit diesen Untersuchungen Brustkrebs nicht sicher ausschließen, wird die Entnahme einer Gewebeprobe empfohlen (Biopsie). Bestätigt sich der Verdacht auf Brustkrebs, wird der Arzt das weitere Vorgehen mit Ihnen besprechen.
Die Mehrzahl der Fachleute geht davon aus, dass das Mammographie-Screening mehr Vorteile als Nachteile bietet. Die Erfahrungen aus Ländern, die schon lange ein Screening-Programm anbieten, wie Holland, England und Schweden, bestätigen das.
Bei mehr als drei Vierteln der Frauen, bei denen Brustkrebs im Rahmen des Mammographie-Screenings entdeckt wird, befindet sich der Krebs noch in einem frühen Stadium der Erkrankung und hat sich noch nicht im Körper ausgebreitet. Die Erkrankung macht zu diesem Zeitpunkt meist keine Beschwerden.
Wird die Erkrankung in einem frühen Stadium festgestellt, sind die Chancen auf eine vollständige Heilung größer. Außerdem kann die Therapie dann in vielen Fällen so gewählt werden, dass sie den Körper weniger belastet und die Brust bei einer notwendigen Operation erhalten werden kann.
Als Nachteile des Mammographie-Screenings werden oft folgende Punkte angeführt: Die meisten Verdachtsfälle, stellen sich als unbegründet heraus. Neben der Angst und Beunruhigung der Patientin wurden dann unnötige Untersuchungen durchgeführt. Manchmal wird bei der Mammographie auch ein Tumor in einem unheilbaren Stadium entdeckt. Die betroffenen Frauen müssen dann länger mit der Gewissheit um die Krankheit leben, ohne von den Vorteilen der früheren Diagnose profitieren zu können.
Die Mammographie ist ein bildgebendes Verfahren, das mit Röntgenstrahlen arbeitet. Im Vergleich zu anderen Untersuchungsmethoden stellt die Mammographie eine relativ hohe Strahlenbelastung dar. Weniger belastende Methoden wie z. B. die Ultraschalluntersuchung oder die Kernspintomographie sind jedoch nicht für ein Screening einsetzbar, da sie entweder nicht aussagekräftig genug, oder für die immense Anzahl der Untersuchungen zu teuer oder schwer verfügbar sind. Bei der Mammographie wird die Strahlenbelastung durch verschiedene Vorkehrungen möglichst gering gehalten:
Die Teilnahme am Mammographie-Screening ist – ebenso wie die Krebsvorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt – für Sie kostenfrei. Ob Zusatzuntersuchungen wie z. B. Ultraschall bei Ihnen sinnvoll sind, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Die Kosten für Ultraschall werden jedoch in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen.
Weitere Informationen zum Mammographie-Screening erhalten Sie auf
www.mammo-programm.de.