Eine Studie untersucht, weshalb übergewichtige Frauen sich weniger häufig einem Brustkrebs-Screening unterziehen.
Viele Frauen wissen, dass fettreiche Ernährungsgewohnheiten und Übergewicht ein relevanter Faktor für Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes sind. Weniger bekannt ist, dass Übergewicht nach dem Eintritt der Wechseljahre (über dem BMI von 30) mit einer leichten Erhöhung des Brustkrebsrisikos verbunden ist.
Der Zusammenhang zwischen einem erhöhten Brustkrebsrisiko und Übergewicht ist noch nicht vollständig geklärt. Ein möglicher Faktor scheint zu sein, dass Fettgewebe unter anderem Östrogen produziert, d. h. der Östrogenspiegel ist bei übergewichtigen Frauen konstant höher. Bei Frauen nach den Wechseljahren ist ein erhöhter Östrogen-Spiegel jedoch mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden. [2, 3]
Darüber hinaus stellte eine Studie fest, dass übergewichtige Frauen ein erhöhtes Brustkrebsrisiko tragen, weil sie nicht regelmäßig an einem Mammographie-Screening teilnehmen. [1] Dr. Nisa Maruthur und ihr Team von der John Hopkins University School of Medicine in Baltimore, USA, kamen zu dem Ergebnis, dass stark übergewichtige Frauen signifikant seltener angaben, eine Mammographie machen zu lassen als normalgewichtige Frauen. Dies gilt insbesondere für Frauen mit weißer Hautfarbe.
Brustkrebs ist die zweithäufigste Todesursache bei Krebserkrankungen von Frauen in den Vereinigten Staaten. Durch das Mammographie-Screening konnte die Sterberate durch Brustkrebs nachweislich gesenkt werden. Geltenden Richtlinien zufolge sollten sich Frauen über 40 regelmäßig einer Mammographie unterziehen.
Gewicht in kg
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Maruthur und ihre Kollegen nahmen eine systematische Überprüfung und eine Metaanalyse von 17 Studien mit mehr als 276.000 Teilnehmerinnen vor. Dabei wurde untersucht, ob übergewichtige und fettleibige Frauen in jüngster Zeit seltener an einem Mammographie-Screening teilnahmen als normalgewichtige Frauen. In drei der Studien untersuchten sie auch das unterschiedliche Verhalten von weißen und schwarzen übergewichtigen Frauen im Zusammenhang mit der Teilnahme an einem Mammographie-Screening. Dabei fanden sie heraus, dass bei stark übergewichtigen Frauen eine um 20 % geringere Bereitschaft vorhanden war, sich einer Mammographie zu unterziehen, als bei normalgewichtigen Frauen. Dies traf jedoch nicht auf schwarze Frauen zu.
Die Autoren nennen eine Reihe von Gründen, weshalb übergewichtige Frauen seltener an einem Screening teilnehmen und auch sonst eine medizinische Versorgung eher zögerlich in Anspruch nehmen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass diese Frauen nur eine geringe Selbstachtung besitzen und ihren eigenen Körper als unvorteilhaft wahrnehmen. Außerdem werden sie von Schamgefühlen geplagt, fühlen sich von den Ärzten respektlos behandelt und wollen unerwünschten Ratschlägen zur Gewichtsreduzierung aus dem Weg gehen.
Den Autoren zufolge könnte Übergewicht generell ein Anzeichen für suboptimales Gesundheitsverhalten sein und die mangelnde Teilnahme an einer Mammographie ist dabei eben nur ein weiteres Element. Die Autoren gehen außerdem davon aus, dass weiße und schwarze Frauen eine ganz unterschiedliche Wahrnehmung von ihrem eigenen Körper haben und sehen darin eine mögliche Erklärung für deren unterschiedliches Verhalten, am Mammographie-Screening teilzunehmen.
Die Autoren ziehen aus ihrer Studie vor allem den Schluss, dass die mangelnde Teilnahme von übergewichtigen Frauen an regelmäßigen Mammographie-Screenings eine Erklärung für die erhöhte Sterblichkeitsrate durch Brustkrebs in dieser Gruppe sein könnte.