Therapie: Wovon die Behandlung abhängig ist

15.01.2009

Die Behandlung des Brustkrebses hat in den letzten Jahrzehnten enorme Forschritte gemacht. Die Überlebenschancen sind gestiegen. Welche Therapie die richtige ist, hängt neben Faktoren wie Krankheitsstadium, Tumor-Grading unter anderem auch davon ab, ob Hormon-Rezeptoren vorhanden sind.

Befund_TherapieauswahlBevor der Arzt die Therapie einer Brustkrebserkrankung planen kann, benötigt er Informationen über die Größe und den Ausbreitungsgrad des Tumors sowie die Beschaffenheit der Tumorzellen (Tumor-Grading). Von Tumor zu Tumor kann es gravierende Unterschiede geben, die ganz unterschiedliche Therapieverfahren notwendig machen. Eine entscheidende Frage ist, ob die Tumorzellen Rezeptoren für weibliche Geschlechtshormone tragen. Ist dies der Fall, kann man unter anderem durch die medikamentöse Blockade der Rezeptoren das Tumorwachstum bremsen.

 

Tumorzellen können auch in frühem Stadium "auswandern"

Eine wichtige Erkenntnis ist außerdem, dass Tumorzellen bereits in einem sehr frühen Stadium in andere Organe auswandern können - wo sie lange Zeit unauffällig verbleiben können, um erst nach Jahren mit dem Wachstum zu beginnen und sich dann zu Metastasen zu entwickeln.Auf der möglichst korrekten Abschätzung dieses Risikos beruht die Kunst der onkologischen Therapie. Hierbei hilft dem Arzt der Befund des Pathologen, der das entnommene Tumorgewebe mikroskopisch untersucht hat. Das Tumorstadium ist eine wichtige Größe:

  • Je ausgedehnter der Primärtumor, desto größer ist das Risiko für ein lokales Wiederaufflackern der Krankheit, weil nach der Operation noch Tumorzellen zurückbleiben können, aus denen neue Tumoren erwachsen. Dem kann man durch Bestrahlung der Brust entgegenwirken. Die Strahlen töten zurückbleibende Tumorzellen ab. Nach brusterhaltenden Operationen ist die anschließende Bestrahlung mittlerweile Standard.
  • Wenn Tumorzellen in den Lymphknoten der Achsel nachweisbar sind, ist das ein Hinweis darauf, dass sie sich auch in andere Regionen des Körpers abgesiedelt haben könnten, auch wenn man mit den üblichen Nachweisverfahren noch keine Fernmetastasen findet. In einem solchen Fall kann eine adjuvante systemische Therapie angezeigt sein, d.h. eine Behandlung mit Chemo- und/oder eine antihormonelle Therapie, die die Tumorzellen im gesamten Körper erreichen können.
  • Liegen bereits Metastasen vor (das sollte schon vor der Operation durch Ultraschall, Röntgen und Knochenszintigramm geklärt sein), so beeinflusst auch das den Therapieablauf. In diesem Fall ist es oft sinnvoll eine Chemo- oder antihormonelle Therapie anzuwenden, denn so erreicht man die Tumorzellen im gesamten Körper.

 

Inzwischen weiß man, dass Tumorzellen, die weniger ausgereift sind, schneller und aggressiver wachsen als ausgereifte Zellen. Durch das Tumor-Grading wird der Reifegrad der Tumorzellen bestimmt. Auch das Ergebnis dieses Gradings spielt eine wichtige Rolle bei der Planung der Behandlung.

In manchen Fällen - etwa wenn der Tumor sehr groß ist und man die ganze Brust entfernen müsste, um ihn zu beseitigen - kann man auch bereits vor der Operation eine Chemo- oder antihormonelle Therapie anwenden. Dadurch soll die Tumorgröße so weit reduziert werden, dass eine brusterhaltende Operation möglich wird.

Quelle: Interdisziplinäre Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft und der beteiligten medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften: Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms der Frau; Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums.
Autor: BSMO
Stand: 15-01-2009

  • Schriftgröße
Dies ist ein Service von Novartis Oncology
Brustkrebs Newsletter
Bilderstrecke
Bilderstrecke
Die Selbstuntersuchung der Brust
Einmal im Monat sollte jede Frau ihre Brüste in aller Ruhe abtasten.
mehr
Krebstherapie
Krebstherapie
Klinische Studien
Krebspatienten sollten alle Chancen nutzen. In der Therapie spielen auch klinische Studien eine wesentliche Rolle.
mehr
Sie befinden sich hier:
  • Home
  • Wissen - Neu diagnostiziert