Die Behandlung des Brustkrebses hat in den letzten Jahrzehnten enorme Forschritte gemacht. Die Überlebenschancen sind gestiegen. Welche Therapie die richtige ist, hängt neben Faktoren wie Krankheitsstadium, Tumor-Grading unter anderem auch davon ab, ob Hormon-Rezeptoren vorhanden sind.
Bevor der Arzt die Therapie einer Brustkrebserkrankung planen kann, benötigt er Informationen über die Größe und den Ausbreitungsgrad des Tumors sowie die Beschaffenheit der Tumorzellen (Tumor-Grading). Von Tumor zu Tumor kann es gravierende Unterschiede geben, die ganz unterschiedliche Therapieverfahren notwendig machen. Eine entscheidende Frage ist, ob die Tumorzellen Rezeptoren für weibliche Geschlechtshormone tragen. Ist dies der Fall, kann man unter anderem durch die medikamentöse Blockade der Rezeptoren das Tumorwachstum bremsen.
Eine wichtige Erkenntnis ist außerdem, dass Tumorzellen bereits in einem sehr frühen Stadium in andere Organe auswandern können - wo sie lange Zeit unauffällig verbleiben können, um erst nach Jahren mit dem Wachstum zu beginnen und sich dann zu Metastasen zu entwickeln.Auf der möglichst korrekten Abschätzung dieses Risikos beruht die Kunst der onkologischen Therapie. Hierbei hilft dem Arzt der Befund des Pathologen, der das entnommene Tumorgewebe mikroskopisch untersucht hat. Das Tumorstadium ist eine wichtige Größe:
Inzwischen weiß man, dass Tumorzellen, die weniger ausgereift sind, schneller und aggressiver wachsen als ausgereifte Zellen. Durch das Tumor-Grading wird der Reifegrad der Tumorzellen bestimmt. Auch das Ergebnis dieses Gradings spielt eine wichtige Rolle bei der Planung der Behandlung.
In manchen Fällen - etwa wenn der Tumor sehr groß ist und man die ganze Brust entfernen müsste, um ihn zu beseitigen - kann man auch bereits vor der Operation eine Chemo- oder antihormonelle Therapie anwenden. Dadurch soll die Tumorgröße so weit reduziert werden, dass eine brusterhaltende Operation möglich wird.