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Wann ist eine Chemo sinnvoll?

15.02.2009

Im Gegensatz zu den lokalen Therapieformen Operation und Bestrahlung, deren Effekt auf den Tumor und seine unmittelbare Umgebung beschränkt ist, wirken die antihormonelle und die Chemotherapie auf den gesamten Körper (systemisch).

Diagnose Brustkrebs - Wann ist eine Chemotherapie sinnvoll?Bei einer Chemotherapie erhalten die Patienten sogenannte Zytostatika. Das sind Medikamente, die bevorzugt gegen die sich schnell teilenden Krebszellen wirken und diese abtöten. Sie können jedoch auch gegen Zellen gesunder Gewebe mit hoher Wachstumsrate richten, z.B. Schleimhautzellen. Dadurch können bestimmte Nebenwirkungen auftreten, wie Verdauungsbeschwerden. Eine weitere systemische Behandlungsform ist die antihormonelleTherapie: Diese wirkt aber nur bei Tumorzellen, die Hormonrezeptoren tragen.


Neoadjuvant, adjuvant und palliativ - was ist der Unterschied?

Chemo- und auch andere systemische Therapien (wie die antihormonelle) können zu unterschiedlichen Zeitpunkten zum Einsatz kommen. Werden sie vor einer Operation eingesetzt, spricht man von neoadjuvanter Chemotherapie, nach einem operativen Eingriff von adjuvanter Chemotherapie. Auch wenn bei Patienten die Krebserkrankung bereits weit fortgeschritten ist und keine Chance auf Heilung mehr besteht können Zytostatika eingesetzt werden. Man spricht dann von einer palliativen Chemotherapie. Ihr Ziel ist es, die Symptome des Patienten zu verbessern und Komplikationen zu vermeiden.

 

Wann ist eine systemische Chemotherapie sinnvoll?

Eine Behandlung mit Zytostatika erfolgt, um möglichst alle im Körper befindlichen Tumorzellen abzutöten. Bereits in sehr frühen Stadien, können sich Krebszellen im Organismus ausbreiten und winzige, auch mit modernen bildgebenden Verfahren nicht zu entdeckende Absiedlungen, sogenannte Mikrometastasen, bilden. Daher kann sich der Einsatz unter Umständen auch bei Frauen mit noch auf die Brust begrenzten Karzinomen lohnen.

Besonders jüngere Frauen werden oft mit einer Chemotherapie nach der Operation, also adjuvant, behandelt. Aber auch bei älteren Frauen kann sie sinnvoll sein. vorausgesetzt die Tumoren tragen keine Hormonrezeptoren und der körperliche Zustand der Betroffenen lässt eine solche Therapie zu.

Die Chemotherapie kann unter bestimmten Voraussetzungen auch einem Antikörper kombiniert werden.

 

Antihormonelle oder Chemotherapie?

Die antihormonelle Therapie ist grundsätzlich besser verträglich als die Chemotherapie, sollte also bei hormonrezeptorpositiven Mammakarzinomen vorzugsweise eingesetzt werden.

Eine Chemotherapie kommt vor allem dann in Frage, wenn die Tumorzellen keine Hormonrezeptoren tragen oder wenn die antihormonelle Therapie nicht mehr wirkt. Aber auch wenn man davon ausgehen muss, dass durch die Operation nicht sämtliche Krebszellen aus dem Körper entfernt wurden, ist eine Chemotherapie angebracht. Es gibt viele Zytostatika, die bei Brustkrebs vor allem in verschiedenen Kombinationen angewendet werden. Welche Kombinationen im Einzelfall zum Einsatz kommen, entscheidet der Arzt z.B. anhand zahlreicher Charakteristika des jeweiligen Tumors und auch unter Berücksichtigung bereits vorangegangener Therapien.

 

Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft: Brustkrebs – Chemotherapie;Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums;Interdisziplinäre Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft und der beteiligten medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften: Dia
Autor: BSMO
Stand: 15-02-2009

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