Frauen mit Brustkrebs, die sich in einem zertifizierten Brustzentrum behandeln lassen, profitieren von vielen Vorteilen und hohen Qualitätsstandards. Die Behandlung von Brustkrebs erfordert ein spezialisiertes Fachwissen und eine Zusammenarbeit von Experten verschiedener Fachrichtungen. Dies kann am besten in sogenannten Brustzentren gewährleistet werden.
Neueste Entwicklungen in der Medizin haben dazu geführt, dass immer mehr Frauen mit Brustkrebs geheilt werden können. Dazu gehört auch die Schaffung von Brustzentren, die seit 2003 auch in Deutschland kontinuierlich vorangetrieben wird. Heute gibt es bundesweit bereits rund 200 zertifizierte Brustzentren. Von den jährlich etwa 55.000 neu an Brustkrebs erkrankten Frauen in Deutschland lassen sich etwa 30.000 in einer solchen Einrichtung behandeln.
Aufgrund vielfältigster Krankheitsbilder und -verläufe bei Brustkrebs kann die optimale Behandlung bei jeder Patientin sehr unterschiedlich sein und erfordert daher ein Höchstmaß an Erfahrungen der behandelnden Ärzte. Die langjährigen Ergebnisse in anderen Ländern haben gezeigt, dass Brustzentren dabei die größten Erfolge erzielen. Hierunter sind Kliniken oder klinische Institute zu verstehen, die sich auf das Erkennen und Behandeln von Brustkrebs spezialisiert haben und ein entsprechendes Aufgebot an allen relevanten Fachärzten vorweisen.
Zum Kernteam in einem Brustzentrum gehören beispielsweise Radiodiagnostiker, die mit bildgebenden Verfahren wie der Mammographie Brustkrebs nachweisen können, Pathologen, also Ärzte, die Gewebsbefunde erstellen, Strahlen- und Chemotherapeuten, Endokrinologen (Hormonärzte) oder Psychologen. Quasi unter einem Dach vereint können die verschiedenen Spezialisten jederzeit in Erfahrungsaustausch treten und gemeinsam eine optimale Therapiestrategie für die jeweilige Patientin erarbeiten.
Prinzipiell kann sich jeder Zusammenschluss Brustzentrum nennen. Daher sollten Patientinnen auf das Gütesiegel „zertifiziertes Brustzentrum" achten. Dieses wird nur nach eingehender Qualitätsprüfung vergeben. Einer Zertifizierung liegen dabei die strengen Kriterien des von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Senologie (Lehre von Erkrankungen der weiblichen Brust) gemeinsam erarbeiteten Anforderungskatalogs für Brustkrebszentren zugrunde.
Beispielsweise wird das Qualitätssiegel nur vergeben, wenn ein Brustzentrum pro Jahr mindestens 150 Neuerkrankungen an Brustkrebs behandelt, die dort tätigen Operateure mindestens 50 Brustkrebsoperationen jährlich durchführen, die Patientinnen Zugang zu brusterhaltenden Operationsverfahren haben und nachweislich in die Therapieentscheidungen eingebunden werden.
Zudem gehören auch der Zugang zu einer psychologischen Betreuung und zu Selbsthilfegruppen, die fortlaufende Dokumentation von Patientinnendaten und die Einbindung wissenschaftlicher Forschung zu den Vorgaben, die ein zertifiziertes Brustzentrum einhalten muss. Die Nähe zu Wissenschaft und Forschung soll letztlich garantieren, dass modernste medizinische Verfahren und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse in die Behandlung der Patientinnen einfließen. So sollen Patientinnen durch Teilnahme an Studien Zugang zu den neuesten Medikamenten erhalten.
Wo sich ein zertifiziertes Brustzentrum in Ihrer Nähe befindet, können Sie im Internet auf den jeweiligen Homepages der Deutschen Krebsgesellschaft (www.krebsgesellschaft.de), der Deutschen Gesellschaft für Senologie (www.senologie.org) oder des Zertifizierungsinstituts Onkozerpt (www.onkozert.de) abrufen. Zudem können Sie sich bei der Suche an Ihren behandelnden Gynäkologen wenden.