HER-2/neu: Immuntherapie mit Antikörpern

15.04.2008

Zellen besitzen eine ganze Reihe verschiedener Andockstellen (Rezeptoren). Binden die Rezeptoren an ihre spezifischen Partner, werden bestimmte Vorgänge in der Zelle in Gang gesetzt.

HER-2_neuZu den Rezeptoren gehören beispielsweise Hormonrezeptoren oder Rezeptoren, die Zellwachstum sowie -teilung fördern und an der Krebsentstehung beteiligt sein können. Letztere reagieren auf die Bindung sogenannter Wachstumsfaktoren. Je mehr von diesen Rezeptoren vorhanden sind, desto höher ist die Teilungsrate der Zellen.

HER-2 oder Humaner (menschlicher) Epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor Typ 2 ist eine solche „Andockstelle", die bei der Entstehung und dem Wachstum von Mammakarzinomen eine Rolle spielen kann. In etwa einem Viertel (20-30%) der Fälle findet man erhöhte Mengen des Rezeptors. HER-2 lässt sich ähnlich wie die Hormonrezeptoren in mikroskopischen Präparaten aus der Gewebeprobe (Biopsie) oder aus dem operierten Tumor nachweisen.

Tragen die Tumorzellen vermehrt HER-2, man spricht dann von HER-2-positiven Tumoren, gibt es einen weiteren effektiven Therapieansatz: eine gezielte Antikörper-Therapie. Ein Wirkstoff dieser Klasse hemmt speziell den HER-2-Rezeptor und unterbindet so die wachstumsfördernde Wirkung: Die Zellteilungsrate sinkt und damit auch das Tumorwachstum. Dieser Wirkstoff unterstützt somit eine lang anhaltende Hemmung des Krebswachstums.

Zugelassen ist dieser Antikörper bei metastasiertem, HER-2-positivem Brustkrebs, d.h. es finden sich bereits Tumorabsiedlungen in anderen Organen, und als begleitende (adjuvante) Therapie. Der Wirkstoff ist keine Alternative zu bewährten Behandlungsverfahren, der Antikörper kann sie jedoch in ihrer Wirkung unterstützen.

Interessanterweise ist HER-2 besonders häufig auf Tumoren vorhanden, die keine Hormonrezeptoren tragen, bei denen also keine antihormonelle Therapie in Frage kommt. Bei diesen Patientinnen war bisher die Chemotherapie die einzige adjuvante Therapieoption. Der Antikörper hat somit die therapeutischen Möglichkeiten für diese Patientinnen erheblich erweitert. Ein großer Vorteil des Antikörpers gegenüber den meisten herkömmlichen Chemotherapien besteht darin, dass er auch solche Tumorzellen angreift, die sich gerade in der Ruhephase befinden, also nicht teilungsaktiv sind.

 

Quelle: Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums
Autor: BSMO
Stand: 15-04-2008


Share | |
  • Schriftgröße
Dies ist ein Service von Novartis Oncology
Brustkrebs Newsletter
Bilderstrecke
Bilderstrecke
Die Selbstuntersuchung der Brust
Einmal im Monat sollte jede Frau ihre Brüste in aller Ruhe abtasten.
mehr
Krebstherapie
Krebstherapie
Klinische Studien
Krebspatienten sollten alle Chancen nutzen. In der Therapie spielen auch klinische Studien eine wesentliche Rolle.
mehr
Expertenrat
Expertenrat
Fragen Sie einen Arzt
Engagierte Ärzte beraten Sie zum Thema Brustkrebs - schnell und kostenlos.
mehr
Sie befinden sich hier: