Für die Brustkrebs-Nachsorge muss die Ausbreitung von Krebszellen im Körper genau erfasst werden. Eine besonders empfindliche Methode dafür ist die PET-CT – doch noch übernehmen nicht alle Kassen die Kosten.
Der Begriff PET-CT steht als Abkürzung für eine kombinierte Untersuchung mit zwei unterschiedlichen radiologischen Techniken, der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und der Computertomographie (CT).
Brustkrebszellen teilen sich häufiger als Zellen in gesundem Körpergewebe. Man spricht dabei von einer hohen Stoffwechselaktivität des Krebsgewebes. PET ist geeignet, um sehr feine Unterschiede in der Stoffwechselaktivität verschiedener Gewebe darzustellen. Das geschieht, indem geringe Mengen einer radioaktiv markierten Substanz (z. B. Glukose, Fluor) als Tablette oder über eine Infusion in den Körper eingebracht werden. Die Substanz ist so gewählt, dass sie sich aufgrund der Stoffwechselaktivität vermehrt in Krebsgewebe einlagert.
Die Atome einer radioaktiven Substanz haben die Eigenschaft, zu zerfallen, und dabei eine geringe Menge Strahlung abzugeben. Wird nun die Strahlung gemessen, die durch den Zerfall der radioaktiven Markersubstanz entsteht, kann ermittelt werden, wo im Körper die Substanz angereichert wurde. Krebsgewebe kann auf diese Weise sehr gut von gesundem Gewebe abgegrenzt werden. Allerdings ist es mit der PET allein nicht möglich, die Lage des Krebsgewebes im Körper so genau zu bestimmen, dass auf ihrer Grundlage Operationen oder Bestrahlungen durchgeführt werden können.
Die Computertomographie ist ein Untersuchungsverfahren, das auf dem Einsatz von Röntgenstrahlen beruht. Diese werden aus verschiedenen Richtungen durch den Körper geschickt. Auf der gegenüberliegenden Seite wird dabei jeweils die Abschwächung der Strahlen beim Durchtritt durch den Körper gemessen. Aus den so gesammelten Informationen kann mit Hilfe eines Computers ein 3-dimensionales Bild des Körperinneren errechnet werden.
Die Computertomographie eignet sich besonders dafür, anatomische Strukturen im Körper genau zu lokalisieren. Ähnliche Gewebetypen wie z. B. normales Brustgewebe und Brustkrebsgewebe können jedoch nicht besonders gut unterschieden werden. Deshalb ist es mit der Computertomographie oft nicht möglich, kleine Krebsherde von wenigen Millimetern Größe innerhalb der Brust oder kleinere Tumorabsiedelungen (Metastasen) im Körper zu erkennen.
Die PET-CT kombiniert die Vorzüge beider Untersuchungsmethoden, indem in einer einzigen Untersuchung eine PET und ein CT durchgeführt werden. Damit können Krebsherde durch die PET-Untersuchung sicher von gesundem Gewebe abgegrenzt und durch die Computertomographie genau im Körper lokalisiert werden. Im Prinzip wäre es auch denkbar, eine PET und ein CT nacheinander durchzuführen und die Ergebnisse miteinander in Beziehung zu setzen. Dabei entsteht jedoch das Problem, die Bilder aus völlig unterschiedlichen Geräten mit der notwendigen Präzision übereinander zu legen. Um diese Schwierigkeit zu umgehen und zusätzlich den Untersuchungsaufwand geringer zu halten, werden PET und CT gleichzeitig in einem einzigen Gerät durchgeführt. Da hier die relative Lage des PET- und des CT-Bildes genau bekannt ist, stellt die Auswertung der Untersuchung kein Problem dar.

Aufnahme mit einem PET- CT: Metastasenbildung in der Lunge und an den Lymphknoten an Brustfell und Schlüsselbeinen; Bild mit freundlicher Genehmigung von Siemens Breast Care, Erlangen
Untersuchungen haben gezeigt, dass die PET-CT anderen Untersuchungstechniken bei der Suche nach Krebsgewebe oder Krebsabsiedelungen oftmals gleichwertig, in vielen Fällen sogar überlegen ist. Besonders deutlich zeigt sich eine Überlegenheit des Verfahrens bei der Erstdiagnose und bei der Nachsorge nach erfolgter Therapie. In beiden Fällen muss im gesamten Körper nach Krebsherden gesucht werden, um den Schweregrad der Erkrankung bzw. den erzielten Behandlungserfolg zu erfassen.
Mit der PET-CT können Tumorherde mit einer Größe ab etwa 2 bis 4 Millimetern Durchmesser erkannt werden. Demgegenüber erfasst das beste alternative Untersuchungsverfahren zur Suche nach Krebsherden, die Magnetresonanztomographie (MRT), Absiedelungen erst ab einer Größe von rund einem Zentimeter. Außerdem kann mit der MRT jeweils nur ein ausgewählter Bereich des Körpers untersucht werden, nicht jedoch der gesamte Organismus. Die PET-CT erzielt also bessere Untersuchungsergebnisse bei geringerem Untersuchungsaufwand.
Eine PET-CT ist in der Regel wenig belastend. Nach einem Vorgespräch erhalten die Patientinnen zunächst die radioaktive Markersubstanz als Spritze, Infusion oder Tablette. Sobald die Substanz sich ausreichend im Körper verteilt hat, beginnt die eigentliche Untersuchung. Dazu werden die Patientinnen für etwa 20 Minuten durch eine Untersuchungsröhre bewegt, während die Daten erfasst werden. Die Besprechung der Ergebnisse erfolgt entweder direkt nach der Untersuchung oder zu einem gesonderten Termin.
Die PET-CT ist ein noch recht neues Untersuchungsverfahren. Entsprechende Geräte stehen erst seit etwa zehn Jahren zur Verfügung. Aus diesem Grund existiert bisher nur eine begrenzte Zahl wissenschaftlicher Studien, die sich mit dem Verfahren befassen. Insbesondere liegt bisher noch keine abschließende Beurteilung des GBA vor, was die Kosteneffizienz der PET-CT betrifft. Der GBA ist der Gemeinsame Bundesausschuss, welcher in Deutschland für die Kassenleistungen zuständig ist.
Aus diesem Grund sind die gesetzlichen Krankenkassen derzeit nicht verpflichtet, die Untersuchungskosten zu erstatten. Eine Reihe von gesetzlichen Krankenkassen (TK, IKK, DAK und BKK) haben sich jedoch entschlossen, das Verfahren in ihren Leistungskatalog aufzunehmen. Im Einzelfall sollten betroffene Patientinnen daher Rücksprache mit ihrer Krankenkasse nehmen, ob die Kosten der Untersuchung getragen würden.
Die privaten Krankenkassen haben sich hingegen bereits entschlossen, Untersuchungen mit dem PET-CT bei der Nachsorge von Brustkrebs grundsätzlich zu erstatten.