Nach Abschluss einer Antiöstrogentherapie bei hormonempfindlichem Brustkrebs im Frühstadium kann auf einen Aromatasehemmer umgestellt werden. Der Wechsel zahlt sich selbst dann aus, wenn er mit einiger Verzögerung erfolgt.
So wurden im Rahmen einer Studie Patientinnen mit frühem hormonempfindlichem Brustkrebs nach Beendigung einer fünfjährigen Antiöstrogentherapie zunächst mit einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt. Erst mit einer Verzögerung von durchschnittlich fast drei Jahren erhielt ein Teil der Frauen auf eigenen Wunsch einen speziellen Aromatasehemmer. Doch auch der späte Beginn dieser zusätzlichen Behandlung brachte Erfolg: Gegenüber Frauen, die keine Therapie mit dem Aromatasehemmer durchführen wollten, traten in den Folgejahren bei den mit diesem Arzneimittel Behandelten weniger Rückfälle in der ursprünglich erkrankten Brust, weniger Tochtergeschwülste in anderen Organen (Metastasen) und auch weniger Fälle von Brustkrebs der Gegenseite auf. Außerdem erhöhte sich durch die Behandlung mit dem Aromatasehemmer die Überlebenswahrscheinlichkeit.
Offenbar, so schlussfolgern die Studienautoren, sei es auch viele Jahre nach der operativen Entfernung eines hormonempfindlichen Brusttumors noch sinnvoll, die anregende Wirkung von Östrogenen auf das Wachstum von Tumorzellen zu hemmen. Der hier untersuchte Aromatasehemmer verhindert durch die Hemmung eines bestimmten Enzyms die Umwandlung der Vorstufen von Östrogen in das aktive Hormon. Dadurch wird die wachstumsfördernde Wirkung von Östrogen auf Tumorzellen, die bei der Operation möglicherweise im Körper verblieben sind, unterbunden. Das Rückfallrisiko und die Gefahr für Metastasen können dadurch sinken.