Nach der Menopause werden im Rahmen der Antihormontherapie immer häufiger Aromatasehemmer eingesetzt. Dabei eventuell auftretende wechseljahresähnliche Beschwerden lassen sich deutlich lindern bzw. sogar verhindern.
Bei der adjuvanten Therapie hormonempfindlicher Brusttumoren nach den Wechseljahren kommen zunehmend Aromatasehemmer wie Letrozol, Anastrozol oder Exemestan zum Einsatz. Der Grund dafür sind Ergebnisse zahlreicher Untersuchungen, die die Vorteile der Aromatasehemmer belegen: Sowohl beim sofortigen Einsatz von Aromatasehemmern als auch bei einem späteren Wechsel von Tamoxifen auf Aromatasehemmer werden das Rückfallrisiko stärker gesenkt und die krankheitsfreie Zeit deutlich verlängert.
Aromatasehemmer sind gut verträglich, doch können wechseljahresähnliche Symptome auftreten, die in der Regel jedoch gut zu beherrschen sind. Dazu zählen vor allem ein Verlust an Knochensubstanz (Osteoporose), Gelenkbeschwerden, Hitzewallungen sowie Beschwerden im Intimbereich.
Einer Entstehung der Osteoporose (Knochenschwund) lässt sich z.B. mit körperlicher Bewegung vorbeugen. Diese fördert die knochenaufbauenden Prozesse und verbessert die Knochenstruktur. Auch eine ausgewogene Ernährung, die ausreichend Kalzium und Vitamin D3 enthält, sowie ein gesundes Körpergewicht wirken sich positiv auf die Knochengesundheit aus. Kann der Bedarf an Kalzium und Vitamin D3 nicht über Nahrungsmittel gedeckt werden, empfiehlt sich die Einnahme von entsprechenden Tabletten. Zusätzlich können Medikamente, z.B. Bisphosphonate das Risiko für Knochenschwund senken.
Gegen Gelenkschmerzen helfen Schmerzmittel. So können bestimmte Medikamente die Beschwerden beseitigen bzw. lindern. Auch regelmäßige körperliche Bewegung und Akupunktur verbessern die Beweglichkeit der Gelenke und lindern die Beschwerden.
Die von Hitzewallungen und verstärktem Nachtschweiß Betroffenen sollten zunächst versuchen, mit allgemeinen Maßnahmen dagegen vorzugehen. Dazu gehört es, Faktoren und Situationen zu vermeiden, die den Ausbruch von Schweißattacken begünstigen, wie Stress, Rauchen oder bestimmte Speisen und Getränke.
Auch Akupunktur, Entspannungstraining und körperliche Bewegung können helfen.
Neuere Untersuchungen belegen zudem positive Effekte bestimmter Medikamente, die eigentlich zur Behandlung der Depression eingesetzt werden - sogenannte Antidepressiva - bei Brustkrebspatientinnen mit häufigen Hitzeattacken.
Eine Hormonersatztherapie, die während der Wechseljahre sehr wirksam gegen die genannten Symptome eingesetzt werden kann, kommt bei Patientinnen mit hormonempfindlichem Brustkrebs nicht in Frage. Sie würde die krebshemmenden Effekte der Aromatasehemmer zunichte machen und das Rückfallrisiko erhöhen.
Leichte Blutungen aus der Scheide, eine trockene Scheidenschleimhaut und - daraus folgend - Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen sind weitere mögliche Beschwerden.
Abhilfe können spezielle Gleitmittel auf Wasserbasis schaffen, die in der Apotheke erhältlich sind. Sie verbessern die Gleitfähigkeit der Scheide und beugen auf diese Weise Schmerzen beim Verkehr vor.