Eine Operation ist zur Therapie von Brustkrebs meist unerlässlich. Neue Erkenntnisse über die Rückfallrisiken ermöglichen aber heute in etwa zwei Drittel der Fälle eine Operationstechnik, bei der nur der Tumor entfernt wird und die restliche Brust weitgehend erhalten bleibt.
Primäre Therapie eines Mammakarzinoms ist nach Möglichkeit die Entfernung des Tumors durch einen operativen Eingriff. Diese Operation hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten sehr gewandelt: Entfernte man früher meist das gesamte Brustgewebe, so hat sich in der heutigen Zeit die Erkenntnis durchgesetzt, dass eine radikale Brustoperation das Behandlungsergebnis längst nicht in allen Fällen verbessern kann. So können heute etwa zwei von drei Operationen Brust erhaltend durchgeführt werden. Eine Brustentfernung (Mastektomie) ist nur dann nötig, wenn sich der Tumor bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befindet und große Teile der Brust befallen hat.
Während der Operation muss der Operateur darauf achten, den Tumor mit soviel umgebendem Gewebe zu entfernen, dass bei der feingeweblichen Untersuchung der Schnittränder keine Tumorzellen mehr zu finden sind. D.h. es wird bei jeder Tumorentfernung auch immer gesundes Gewebe mit entfernt. Handelt es sich um einen großen Tumor, der viel Gewebeentnahme erfordert, kann ein Größenunterschied zwischen beiden Brüsten trotz der schonenden Operationstechnik entstehen. Dieser lässt sich jedoch gut durch plastisch-chirurgische Maßnahmen ausgleichen: Man kann entweder Drüsengewebe aus der Brust selbst oder bei größeren Defekten Teile von Muskeln in den entstandenen Hohlraum verlegen.
Während der Brust-OP entnimmt der Operateur über einen separaten Einschnitt zusätzlich einige Lymphknoten aus der angrenzenden Achselregion. Es handelt sich dabei um mindestens zehn Knoten des lymphatischen Gewebes, deren Untersuchung Aufschluss über das Tumorstadium, d.h. die Ausbreitung des Tumors gibt. Sind Tumorzellen in den Lymphknoten enthalten, steigt das Risiko, dass sich die Erkrankung auf andere Teile des Körpers ausgebreitet hat. In solchen Fällen erfolgt im Anschluss an die Operation eine "adjuvante", d.h. begleitende Chemo- oder Hormontherapie, die bereits abgewanderte Tumorzellen abtöten kann.
In den meisten Fälle erfolgt - gerade auch nach Brust erhaltender Operation - eine Bestrahlung der betroffenen Brust einschließlich der Wand des Brustkorbs. Dadurch werden eventuell in diesem Bereich verbliebene Tumorzellen zerstört und das Risiko für ein Wiederauftreten der Krankheit wird auf etwa ein Viertel bis ein Sechstel gesenkt.
Immer häufiger setzen Ärzte heute auch bereits vor der Operation eine Chemo- oder Hormontherapie ein. Spricht der Tumor darauf an und verkleinert er sich, so kann die Operation kleiner ausfallen; in manchen Fällen wird hierdurch eine Brust erhaltende Operation möglich.